Stadt Wil

Projekt «sports unlimited» für den Sportpark Bergholz

Das Projekt für den neuen Sportpark Bergholz beinhaltet fünf Hauptkomponenten: Erstellt werden sollen ein Hallenbad mit Wellnessbereich, eine neue Eishalle, ein neues, challenge-league-taugliches Fussballstadion sowie allgemein dienende Räume wie Zugangsbereich und Restaurant. Zugleich sollen weiterverwendbare Anlageteile, insbesondere das Freibad, saniert werden.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass mit dem Erstellen einer Gesamtanlage die einmalige Chance geschaffen wird, Fussballstadion, Eishalle, Freibad und Hallenbad gleichzeitig betriebs- und kostenoptimiert zu erstellen. Dies rechtfertigt aus Sicht des Stadtrates den Einsatz von für die Stadt Wil einmalig hohen finanziellen Mitteln.

Zu den einzelnen Hauptkomponenten können folgende Kurzbegründungen angeführt werden:

Generelle Sanierung: Die Sportanlagen Bergholz sind über 40-jährig und betrieblich sowie technisch veraltet. Da über eine längere Zeit nicht genügend Mittel für einen umfassenden Unterhalt zur Verfügung gestellt wurden, ist die Gebäudetechnik teilweise in einem schlechten Zustand. Dies ist verbunden mit der Ungewissheit, zu welchem Zeitpunkt einzelne Komponenten ihren Dienst aufgeben.

Hallenbad mit Wellnessbereich: Ein Hallenbad ist ein Bedürfnis weiter Bevölkerungskreise und gehört zudem, nach Beurteilung des Stadtrates, zu einer attraktiven Infrastruktur einer Stadt in der Grösse von Wil. Mit einem Gesamtprojekt kann diese Angebotsergänzung kostenoptimiert erstellt werden.

Freibad: Das Freibad verfügt über eine veraltete Badewassertechnik, welche vollständig zu erneuern ist. Zusätzliche spielerische Elemente sollen die Attraktivität der Anlage bei Kindern, Jugendlichen und Familien erhöhen. Für die bestehenden Becken ist eine Sanierung oder ein Ersatz erforderlich. Zudem sind Lösungen für die überdimensionierten Freibadgarderoben und betriebliche Synergien mit dem Hallenbad anzustreben.

Eishalle: Die Technik der heutigen Eishalle ist veraltet. Die Gebäudehülle genügt heutigen energetischen Anforderungen bei weitem nicht. Gemäss einem statischen Gutachten ist die Hallenkonstruktion beschränkt tragfähig, sodass bereits mittlere Schneelasten jeweils rechtzeitig geräumt werden müssen. Zudem muss das Tragwerk regelmässigen Kontrollen unterzogen werden.

Fussballstadion: Das Fussballstadion genügt seit längerer Zeit den Anforderungen des Fussballverbandes nicht mehr. Mehrfach musste gemäss Auflagen des Verbands nachgerüstet werden. Von Seiten des FC Wil wurde wiederholt vorgebracht, dass dieser in absehbarer Zeit keine Lizenz mehr für die Challenge-League erhalten werde, wenn nicht ein Stadion erstellt werde, welches die Auflagen des Verbandes erfülle.


Total- statt Generalunternehmer
Im September 2007 bewilligte das Stadtparlament einen vom Stadtrat beantragten Kredit von 460‘000 Franken  für die Durchführung eines Generalplaner-Wettbewerbs. In diesem Zusammenhang wurde mit dem Ziel einer Beschleunigung auch die Einsetzung eines Total- statt Generalunternehmers beschlossen, so dass Planung und Ausführung gleichzeitig ausgeschrieben werden konnten. Nebst Stadtrat und Fachleuten waren in der Jury auch Mitglieder der Fraktionen des Stadtparlaments sowie des FC und des EC Wil vertreten. Damit war sichergestellt, dass deren Bedürfnisse und Erkenntnisse direkt einfliessen konnten.

Externe Experten beigezogen
Weil die Dimension für das Projekt Sportanlage Bergholz für Wil einmalig ist, wurden frühzeitig externe Spezialisten beigezogen, insbesondere für die Durchführung der TU-Ausschreibung in materieller und rechtlicher Hinsicht, für die Klärung betrieblicher Fragen und für das Konzept der Gebäudetechnik sowie die energetischen Grundlagen.

Implenia AG als Wettbewerbssiegerin
Unter fünf Teilnehmenden ging das Projekt «sports unlimited» der Implenia AG als Totalunternehmerin mit dem Architekturbüro K + L Architekten AG als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Es zeichnet sich gemäss Jury durch eine überzeugende architektonische und städtebauliche Lösung, ein optimales Kosten-Nutzenverhältnis sowie durch beste Grundlage für eine kostengünstige Betriebsführung aus. Zudem sind im Siegerprojekt die Auflagen der homologierenden Verbände erfüllt (Homologation = umfangreiche Zulassungsprozedur von Sportstätten). 
 

Die Projektsiegerin Impenia beschreibt ihr Projekt wie folgt:

Das Projekt «sports unlimited!» schafft mit der charakteristischen Anordnung der Baukörper und der speziellen Volumetrie eine neue Identität für den gesamten Sportpark Bergholz. Die zentrale Begegnungsebene verbindet die einzelnen Bereiche und Nutzungen des Sportparks miteinander und lebt von starken Beziehungen Innen-Aussen, von den Beziehungen untereinander.

Modell des Sportparks Bergholz Gesamtansicht

Das Projekt thematisiert die Verschiedenartigkeit der Sportnutzungen und Besuchergruppen mit der freien Anordnung der Volumen und der Durchgängigkeit der Anlage – tatsächlich Sport ohne Grenzen!

Heute besteht der Sportpark aus vier getrennten Bereichen mit verschiedenen Funktionen und Identitäten. Die zwei nördlichen Bereiche – Stadion und Parkplatz – befinden sich auf einer höheren Ebene und binden den Sportpark an die Bebauungsstruktur. Die südlichen Bereiche – Freibad und Infrastruktur West – vermitteln zwischen Stadtlandschaft und Naturlandschaft und grenzen an grosse raumübergreifende Strukturen wie die Autobahn und Gewerbegebiete an. Die Schnittstelle zwischen beiden Ebenen wirkt wie eine Anhöhe, die einen weiten Blick in allen Richtungen ermöglicht und die ideale Lage für die zentralen Funktionen des Sportparks bietet.


Landschaft: Infrastruktur West, Freibad, Stadion und Parkplätze sind ein Teil des gesamten Landschaftskonzepts. Das neue Stadion und die zentralen Funktionen werden in die Landschaft eingebettet, um die Wahrnehmung des Sportparks als Ganzes und als gebaute Landschaft zu verstärken. Durch starke Sichtbeziehungen zwischen Stadion, Eis- und Schwimmhalle zur Landschaft und den weiteren Sportanlagen wird eine ein-heitliche Wahrnehmung für die Besucher geschaffen.

Städtebau: Die Schnittstelle zwischen beiden Bereichen des Sportparks ist das Herz des Projekts. Die Eishalle, das Hallenbad und die zentralen Tribünen des Stadions funktionieren wie ein Ensemble und gestalten einen öffentlichen Raum, in dem die verschiedenen Erlebnisse/Ereignisse stattfinden. Dieser Platz ist zugleich Zugangsraum für die Sportaktivitäten und Aufenthaltsraum für grosse Spiele und Events.

Es ist ein urbaner Raum, der unabhängig von den Betriebszeiten der einzelnen Funktionen ein Teil der Stadt wird – die freie Wegverbindung zwischen Wohnquartieren und Infrastruktur West unterstützt den öffentlichen Charakter. Der Platz mit den drei Baukörpern bildet eine Art Begegnungsstätte, wo Sport, Natur oder Entspannung das richtige Ambiente finden. Die freie Aussicht in allen Richtungen ermöglicht eine gute Orientierung und verstärkt die Wahrnehmung des gesamten Areals als Ganzes. «Durchwanderer» können den ganzen Sportpark durch Einblicke und Durchblicke als Zuschauer erleben und realisieren die beinahe grenzenlose Vielfalt des Sports.

Konzept Architektur: Die Grösse der charakteristischen Einzelbauten wird dank der bewegten Form, der geknickten Dachform und Fassaden subjektiv minimiert. Dadurch entsteht ein spannendes Ensemble, das sich harmonisch in die Nachbarschaft einfügt.

Das Ensemble der Bauten ist durch die Eingangsebene verbunden. Die Organisation des Projekts in zwei Hauptebenen verbessert die Orientierung für Besucher und ermöglicht die klare und logische Trennung von Besuchern, Profisportlern und Anlieferung. Grosszügige Publikumsflächen bei Fussball- und Eishockeyspielen, getrennt von den Zugängen der Mannschaften und den weiteren Aktivitäten des Sportparks, bieten verschiedene Möglichkeiten der Nutzung und Bewirtschaftung.

aktualisiert: 2. März 2010

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