Stadt Wil

Geschichte, Gebäude und Kulturbetrieb

Geschichte: Die Lokremise Wil wurde 1911 durch die Schweizerischen Bundesbahnen SBB erstellt. Im Gebäude mit der markanten gebogenen Form wurden Dampflokomotiven und in späteren Jahren auch Diesel- und Elektrolokomotiven repariert und revidiert. Die charakteristische radiale Formgebung war notwendig, um jederzeit Zugriff auf alle Lokomotiven zu haben. Die Form verleiht dem Gebäude auch eine besondere Ausstrahlung.

Schützenswerter Bau:
Die Lokremise gilt zusammen mit denjenigen von St.Gallen und Sargans als wichtige frühe Zeugin der Eisenbetonkonstruktion, nicht zuletzt wegen ihrer Bauweise mit Fundament und Decke in Eisenbeton, filigranen Fenster mit Eisensprossen und markanten Toren. Als Füllstoff der Stahlskelett-Konstruktion wurde qualitätiv speziell hochwertiger Backstein verwendet. Die Lokremise Wil ist damit mehr als ein einfacher Industriebau, nämlich ein Bauwerk, welches den Sichtbackstein in bewusstem Gestaltungswillen anwendet. Nach Auffassung der Denkmalpflege ist die Lokremise Wil ein schützenswerter Bau. Das Gebäude figuriert im Verzeichnis der SBB-Bauten mit denkmalpflegerischer und kulturhistorischer Bedeutung.

Lokremise - Aussenaufnahme 6   Lokremise - Aussenaufnahme 4   Lokremise - Aussenaufnahme 5

Nutzung für Kulturbetrieb: Im November 2008 hat das Wiler Stadtparlament dem Erwerb der SBB-Lokremise zugestimmt. Die Stadt Wil erwarb den markanten Bau inklusive dem dabei stehenden Wohnhaus und dem umliegenden Strassenboden. Die Lokremise soll jeweils von Frühling bis Herbst kulturell und gesellschaftlich genutzt werden. In einer dreijährigen provisorischen Nutzungsphase von 2010 bis 2012 sollen vorerst die Bedürfnisse möglicher Nutzer ermittelt und ein definitives Nutzungskonzept erarbeitet werden. Dabei sind vielfältige Nutzungen denkbar und möglich.

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