
Zur Deckung des Betriebsdefizits 2007 erhält der Verein St. Otmarsheim einen Beitrag von 25'000 Franken.
Der Verein St. Otmarsheim besteht seit 101 Jahren und führt das Haus St. Otmar an der Matt-strasse 14. Zweck des Vereins ist es, Männern verschiedenen Alters in einer schwierigen Le-benssituation „ein einfaches Zuhause in menschlicher Atmosphäre und christlichem Geist an-zubieten“.
Ursprünglich war das Haus St. Otmar ein Lehrlingsheim und wurde folglich vorwiegend von Lehrlingen und Handwerkern genutzt. Heute werden die Zimmer vermehrt auch von Männern gemietet, die in schwierige Lebensumstände geraten sind. Aufgrund der veränderten Bewoh-nerstruktur musste der Verein das Betriebskonzept anpassen und die Hausleitung in fachlicher wie personeller Hinsicht etwas ausbauen. Daraus ergab sich nun ein Betriebsdefizit, welches den Verein zur Sicherstellung einer den heutigen Bedürfnissen angepassten Betriebsführung bewog, beim Stadtrat um die Gewährung von Beiträgen von je 25'000 Franken für die Jahre 2007 und 2008/09 nachzusuchen. Ebenfalls wurden die katholische und evangelische Kirch-gemeinde um Betriebsbeiträge angefragt.
Neue Leitung angestellt
Die Sozialen Dienste der Stadt Wil sind gesetzlich verpflichtet, Klientinnen und Klienten, die aus unterschiedlichen Gründen kein Zuhause haben, bei der Suche nach geeignetem Wohnraum zu unterstützen. Entsprechend vermitteln sie seit einigen Jahren Einmietungen im Haus St. Otmar. In diesem Zusammenhang regten die Sozialen Dienste beim Verein schon länger die Anstellung einer ausgebildeten Fachkraft in den Bereichen Sozialpädagogik oder Sozialarbeit an. Der Ver-ein St. Otmarsheim entschied sich in der Folge, im Rahmen einer zweijährigen Pilotphase eine moderate Begleitung aufzubauen.
Pilotprojekt gut angelaufen
Die bisherigen Erfahrungen mit der neuen Leitungsstruktur sind sehr positiv. Gemeinsam ist es Betreibern und Sozialen Diensten gelungen, zahlreiche ehemalige Bewohner derart zu unter-stützen, dass sie heute nicht mehr auf ein Angebot wie das Haus St. Otmar angewiesen sind. Könnten Klienten der Sozialen Dienste nicht dorthin vermittelt werden, müssten andere, mitun-ter kostenintensivere Lösungen gesucht werden.
Ausgehend von diesen Überlegungen unterstützt der Stadtrat das Gesuch des Vereins. Er er-achtet es überdies als angezeigt, dass seitens der Stadt auch ein Beitrag für die Jahre 2008/09 in Aussicht gestellt wird. Dies namentlich vor dem Hintergrund, als mit der Umsetzung eines neuen Betriebskonzepts erst diesen Herbst begonnen werden kann. Gleichzeitig soll mit der finanziellen Unterstützung ein positives Signal der Stadt an die Kooperationspartner aus den beiden Kirchgemeinden ausgesandt werden.