Stadt Wil

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16. Januar 2002

Stadtrat befürwortet Anbindung der Stadt Wil an Zürcher S-Bahn

Der Stadtrat hat sich im Rahmen einer Vernehmlassung zuhanden der Sankt-Galler Regierung zustimmend zum Projekt "Winti-Thur-Bahn" geäussert. Das Projekt sieht den Ausbau des Zürcher S-Bahn-Angebotes in die Nachbarkantone Schaffhausen, Thurgau und Sankt Gallen vor. Der Ausbau der aus sankt-gallischer Sicht interessierenden Linie Winterthur-Wil ist auf 2008 vorgesehen.


In Abhängigkeit der verfügbaren Schienenkapazitäten soll das S-Bahn-Angebot des Projektes "Winti-Thur-Bahn" bis ins Jahr 2012 etappenweise ausgeführt werden. Der Nutzen für die Stadt Wil bestünde ab 2008 in direkten S-Bahn-Verbindungen mit der S8 in den Raum Zürich-Nord (Effretikon, Dietlikon, Wallisellen, Zürich-Oerlikon) sowie in einem Halbstundentakt des Regionalverkehrs Richtung Winterthur.

Verkehrszunahme
"Winti-Thur-Bahn" ist ein Projekt des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV), das in enger Zusammenarbeit mit den SBB, den Nachbarkantonen Schaffhausen, Sankt Gallen und Thurgau, den betroffenen regionalen Verkehrskonferenzen sowie den Regionalplanungsgruppen entstanden ist. Das Projekt basiert auf der Feststellung, dass die in der Peripherie des Wirtschaftsraumes Zürich liegenden Wohnregionen in den Nachbarkantonen überdurchschnittlich stark wachsen. Entsprechend nimmt der Verkehr aus diesen Regionen in die Städte Zürich und Winterthur sowie in die Arbeitsplatzregionen Glattal und Limmattal zu. Der öffentliche Verkehr soll den grössten Teil dieses Mehrverkehrs übernehmen.

Anschlüsse optimieren
Die S-Bahn bildet das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im Grossraum Zürich. Der Stadtrat befürwortet die Anbindung der Stadt und Region Wil an das Zürcher S-Bahn-Netz und erklärt sich sowohl mit dem neuen Angebotskonzept als auch der Etappierung einverstanden. Er ist sich aber bewusst, dass Ausbauten des S-Bahn-Netzes jedoch erst dann eine maximale Wirkung entfalten, wenn die Anschlüsse an die Zubringer wie S-Bahn, Ostwind, Regionalbusse und Stadtbus gewährleistet sind.

Von einem Anschluss an das Zürcher S-Bahn-Netz würden die in den Raum Zürich-Nord pendelnden Berufstätigen profitieren, die auf den öV umsteigen könnten. Die Attraktivität dieses zusätzlichen Angebotes hängt jedoch wesentlich davon ab, wie die Anschlüsse des übrigen öV-Angebotes gestaltet werden. Deshalb erwartet der Stadtrat vom Kanton Sankt Gallen, dass die Anschlüsse im Bahnhof Wil zwischen Zürcher S-Bahn und S-Bahn-Ostwind optimal gelöst werden können.

Finanzierung
Der Ausbau des Bahnangebotes zwischen Winterthur und Wil verursacht für die Kantone Thurgau und Sankt Gallen sowie für die thurgauischen und sankt-gallischen Gemeinden im Vergleich zu heute zusätzliche Abgeltungen. Nachdem noch keine definitive Kostenaufteilung zwischen den Kantonen Zürich, Thurgau und Sankt Gallen vorliegt, kann der Stadtrat zum jetzigen Zeitpunkt weder eine Stellungnahme zum Umfang der zusätzlichen Abgeltungen noch zur Finanzierung der notwendigen Investitionen abgeben.

Der Stadtrat geht jedoch davon aus, dass die zusätzlichen Abgeltungen für den Regionalverkehr in Anwendung der derzeit gültigen sankt-gallischen Gesetzgebung aus dem öV-Pool finanziert werden, das heisst: 55 % Kanton, 45 % Gemeinden. Mit Bezug auf den von den SBB im Bahnhof Wil für 2002 geplanten Ausbau erwartet der Stadtrat, dass dieser mit dem Projekt "Winti-Thur-Bahn" koordiniert worden ist.

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