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22. Mai 2002
Feuerbrandbekämpfung: Beobachten und melden
Feuerbrand ist eine gefährliche Bakterienkrankheit des Kernobstes und verschiedener verwandter Zier- und Wildgehölze. Die Krankheit wird in erster Linie durch Insekten und Vögel übertragen. Eine wichtige Voraussetzung zur Bekämpfung des Feuerbrandes ist ein frühzeitiges Erkennen und Eliminieren der Pflanzen. Entsprechende Hinweise sind an den verantwortlichen Kontrolleur der Stadt Wil, Kurt Heinrich, zu melden – Telefon: 071 912 22 70.
Feuerbrandsymptome
Um das Feuerbrand-Infektionspotenzial möglichst tief zu halten, sind Besitzer von Feuerbrandwirtspflanzen aufgerufen, verdächtige Pflanzen zu melden. Feuerbrandsymptome sind: ganze Blütenbüschel sterben ab; Blätter verfärben sich vom Stiel her braun; Triebe sind
u-förmig gebogen; Blätter werden nesterweise braun und bleiben am Baum hängen (auch im Winter); gelblich weisse bis rötliche Schleimtropfen treten aus der Rinde aus.
Vom Feuerbrand können folgende Pflanzen befallen werden: Kernobstbäume (Apfel, Birne, Quitte), Wildgehölze (Weissdorn, Vogelbeere, Mehlbeere, andere Sorbus-Arten), Ziergehölze (alle Contoneaster-Arten, Feuerbusch, Feuerdorn, Stranvaesie, Mispel, Zierapfel und Zierbirne).
Nicht berühren
Wird Feuerbrand festgestellt, muss durch die Eigentümer oder Bewirtschafter innert zwei Wochen bei trockener Witterung die Rodung erfolgen. Verdächtige Pflanzen dürfen auf keinen Fall berührt oder betreten werden. Wegen der grossen Verschleppungsgefahr sollen auch nicht ganze Zweige weggeschnitten werden. Die Bakterien können durch Hände, Schuhe oder Schnittwerkzeuge während längerer Zeit übertragen werden.
Die Stadtgärtnerei, die in der Stadt Wil die Aufgabe der Feuerbrandbekämpfung wahrnimmt, bittet die Bevölkerung um aktive Mithilfe und Unterstützung bei der Bekämpfung dieser Krankheit. Personen, die bei Pflanzen und Bäumen Beobachtungen machen, die auf Feuerbrand hinweisen, werden gebeten, sich sofort beim verantwortlichen Kontrolleur der Stadt Wil, Herr Kurt Heinrich, zu melden – Telefon: 071 912 22 70.
Befallssituation 2001
Zum Thema Feuerbrand steht im Geschäftsbericht 2001 u.a. Folgendes: "Die Befallssituation wurde im Jahre 2001 akut. Die durch die Medien sensibilisierten Gartenbesitzer wurden an ihre Meldepflicht erinnert. Da war es Aufgabe der Stadtgärtnerei zu kontrollieren, handelt es sich um Feuerbrand oder ist es eine andere Pilzkrankheit. Auf dem ganzen Stadtgebiet wurden Befallsherde festgestellt. Unter der Kontrolle der Stadtgärtnerei wurden die Befallsherde protokolliert und die Rodung angeordnet. Diese Rodung konnte durch den Gartenbesitzer selbst oder durch eine Gartenbaufirma erfolgen. Die Stadt Wil beteiligte sich am Aufwand, indem sie die Kosten für die Entsorgung übernahm. Bis Ende der Vegetationsperiode 2001 verfügte der Kontrolleur die Sanierung von 1 Apfelbaum, 3 Sorbus und 4'274 m2 Cotoneasterflächen. Dazu kamen noch diverse Sanierungen, die durch Gartenbaufirmen in eigener Regie durchgeführt wurden. Der Stadt entstanden geschätzte Kosten von 10'000 Franken."