Stadt Wil

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21. November 2001

Neues Angebotskonzept für den Stadtbus Wil

Im Rahmen des regionalen Konzepts für den öffentlichen Personenverkehr im Raum Wil wurde auch ein Grobkonzept für den Stadtbus Wil erarbeitet, das verschiedene Möglichkeiten zur Optimierung und Weiterentwicklung des Stadtbusangebots skizziert. Diese erste Auslegeordnung zeigte, dass die vorhandenen Schwachstellen mit einer Systematisierung der Fahrpläne und der Linienführungen eliminiert und deutliche Vorteile für die Fahrgäste erzielt werden können. Die Stadtbus-Verantwortlichen haben das neue Angebotskonzept anlässlich einer Medienorientierung vom 21. November 2001 zuhanden der Öffentlichkeit vorgestellt.


Basierend auf den einleitend erwähnten Erkenntnissen sowie einer Stellungnahme des Stadtrates zum Grobkonzept hat die öV-Kommission der IRPG Wil im Dezember 2000 beschlossen, die Detailarbeiten für ein neues Angebotskonzept aufzunehmen.


Ziele

Mit dem neuen Angebotskonzept soll als Hauptziel ein gegenüber heute attraktiverer Stadtbus für die Kunden angeboten werden können, der sich positiv auf die Standortvorteile der Stadt Wil als Wohn- und Arbeitsort auswirkt.

Daraus lassen sich folgende Teilziele ableiten:

– Möglichst flächendeckende Erschliessung der Wohn- und Arbeitsgebiete sowie der zentralörtlichen Einrichtungen in der Stadt Wil.
– Möglichst dichter, den Nachfragebedürfnissen entsprechender Fahrplan.
– Abstimmung des Stadtbusfahrplans mit den Fahrplänen der Bahn und den regionalen Buslinien.
– Möglichst grosse Umlagerungen des heutigen stadtinternen motorisierten Individualverkehrs.
– Effizienter Einsatz der Betriebsmittel mit einem gegenüber heute verbesserten wirtschaftlichen Betriebsergebnis.


Angebot

Das heutige Stadtbusangebot basiert auf dem Ansatz, dass die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge möglichst optimal eingesetzt werden. Dies führt zwangsläufig zu gewissen Kompromissen hinsichtlich Angebotsqualität, insbesondere:

- fehlendes Taktangebot in den Hauptverkehrszeiten und damit schlechte Merkbarkeit des Fahrplans.
- unsymmetrische Bahnanschlüsse am Bahnhof Wil.
- fehlende Verbindungen stadtintern, weil systematische Durchmesserlinien und Anschlüsse zwischen den einzelnen Stadtbuslinien fehlen.

Die Variantenevaluation zur Optimierung des Stadtbusangebots hat gezeigt, dass diese Nachteile mit einer Systematisierung des Angebots, namentlich mit der Einführung des Taktfahrplans und Durchmesserlinien, behoben werden können.

Zur Verbesserung der Standortvorzüge der Stadt Wil als Wohn- und Arbeitsort soll längerfristig möglichst flächendeckend ein Viertelstundentakt für den Stadtbus in den Hauptverkehrszeiten angestrebt werden. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse empfiehlt jedoch die Begleitgruppe – unter Berücksichtigung der finanziellen Konsequenzen – ein schrittweiser Angebotsausbau.

In einem ersten Optimierungsschritt soll mit der Einführung eines konsequenten Taktfahrplanes (20-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten, 30-Minuten-Takt in den übrigen Zeiten) und Durchmesserlinien die Attraktivität des Stadtbusses erhöht und die Anschlüsse an die Bahn und zwischen den einzelnen Stadtbuslinien deutlich verbessert werden.


Massnahmen

Dazu werden folgende Massnahmen vorgeschlagen:

Liniennetz mit vier Durchmesserlinien

– Linie 1: Neulanden–Bahnhof–Langwiesenstrasse (Wilen b. Wil)
– Linie 2: Städeli/Grundstrasse–Hofbergstrasse–Bahnhof–Reuttistrasse
– Linie 3: Langegg/Grubenstrasse–Oelberg–Bahnhof–Wilerwald
– Linie 4: Bildfeld–Bahnhof–Littenheid

Fahrplan Montag–Samstag

– Linien 1 bis 3: Halbstundentakt und Verdichtungen in den Hauptverkehrszeiten Montag–Freitag zum 20 Minuten-Takt.
– Linie 4: Stundentakt, auf dem Linienast Bildfeld–Bahnhof Verdichtungskurse in den Hauptverkehrszeiten Montag–Freitag.

Optionen für Netzerweiterungen

Verlängerung Linie 2 bis Bronschhofen/ Rossrüti
Als Ersatz für die voraussichtlich in den Nebenverkehrszeiten wegfallenden Kurse auf der Regionallinie.

Bedienung von Bronschhofen Himmelrich mit dem Stadtbus
Stadtbuslinie Himmelrich–Bahnhof Wil im Stundentakt via Bildfeld oder direkt via Bronschhoferstrasse

Erschliessung südliches Lindenhofquartier
Alternative Linienführung der vorgeschlagenen Stadtbuslinie 2 via Flurhofstrasse in den Bereich Lindenhofstrasse/Rainstrasse statt zur Reuttistrasse. Damit könnte die Standortattraktivität der geplanten Wohnüberbauung zwischen Georg-Renner-Weg und Schützenstrasse verbessert werden.

Optionen für Angebotserweiterungen

Einführung Nachtbusangebot nach 19.00 Uhr
Das Tagesangebot der Stadtbuslinien soll mit einem Nachtbusangebot ergänzt werden, das auf die städtischen Bedürfnisse ausgerichtet ist und die Anschlüsse an die ankommenden Züge am Bahnhof Wil gewährleistet. Dieses städtische Angebot ist mit dem geplanten Randstundenangebot für die Region zu koordinieren.

Einführung Sonntagsangebot
Auf allen vier vorgeschlagenen Linien soll der Stadtbus im Stundentakt verkehren.

Zentrale Stadtbusvorfahrt auf dem Bahnhofplatz

Wichtige Voraussetzung für die Realisierung des vorgeschlagenen Konzeptes mit Durchmesserlinien und einer Optimierung der Umsteigebeziehungen ist eine zentrale Stadtbusvorfahrt auf dem Bahnhofplatz. Für das neue Konzept sind total sieben Haltekanten für den Stadtbus erforderlich Bei der aktuellen Planung zur Neugestaltung des Fussgängerbereichs auf der Achse zwischen Bahnhof und Schwanenplatz sind die entsprechenden Anforderungen des Stadtbusses zu berücksichtigen.


Flankierende Massnahmen

Marketingkonzept

Für die Einführung des neuen Stadtbuskonzepts soll ein Marketingkonzept entwickelt werden mit dem Ziel, einen möglichst hohen Bekanntheitsgrad und eine gute Verankerung des Stadtbusses bei der Wiler Bevölkerung zu erreichen, was sich positiv auf die Nachfrageentwicklung auswirkt. Dazu gehören u.a. ein verbessertes Informations- und Kommunikationskonzept, eine optimale Vermarktung des Produktes Stadtbus sowie eine Verbesserung der Haltestellenqualität (Sitzgelegenheit, Überdachung usw.).

Erfolgskontrolle

Das neue Stadtbuskonzept soll zur laufenden Optimierung mit einer Erfolgskontrolle begleitet werden. Dazu ist ein geeignetes Konzept zu erarbeiten.

Koordinierte Verkehrspolitik

Den grössten Nutzen eines neuen Stadtbusangebots erreicht man, wenn die Verkehrsplanung für den motorisierten und öffentlichen Verkehr in der Stadt Wil und den angrenzenden Gemeinden koordiniert abläuft und ein sich ergänzendes Verkehrssystem angestrebt wird. Eine zentrale Bedeutung kommt hier der Parkplatzpolitik (Anzahl Parkplätze und Bewirtschaftung) zu.

Fahrzeugbedarf

Für die vier vorgeschlagenen Durchmesserlinien ohne Optionen zur Netzerweiterung (Verlängerung der Linie 2 bis Rossrüti, zusätzliche Linie Bahnhof Wil-Himmelrich, Nachtbus, Sonntagsangebot) sind 7 Midibusse plus 1 Reservefahrzeug erforderlich.

Bauliche Massnahmen, Investitionen

Für die Realisierung des vorgeschlagenen Stadtbuskonzepts sind folgende bauliche Massnahmen erforderlich:

– Einrichten einer Endhaltestelle/Wendemöglichkeit auf der Linie 3 im Bereich der Strassenkreuzung Neugrubenstrasse/Langeggstrasse.
– Einrichten einer Endhaltestelle/Wendemöglichkeit auf der Linie 2 im Bereich der Strassenkreuzung Grundstrasse/Neugrubenstrasse, sofern diese Linie nicht bis Rossrüti verlängert wird.
– Massnahmen für eine Stadtbusvorfahrt auf dem Bahnhofsplatz mit 8 Haltekanten.
– Verkehrstechnische Massnahmen im Bereich Oelbergstrasse–Scheibenbergstrasse.

Die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen soll schrittweise erfolgen.

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