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7. Juni 2006
Baubeitrag an die 2. Bauetappe Hof zu Wil
Der Stadtrat wertet in seiner Botschaft zuhanden des Parlaments die 2. Bauetappe Hof zu Wil als wichtigen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung der Stadt. Beantragt wird ein Kredit von 3,35 Millionen Franken, zuzüglich 775'000 Franken für Einrichtung und Ausstattung der neuen Stadtbibliothek im Brauhaus. Als neuer Standort der Kunsthalle werden die Kleinviehmarkthalle oder die alte SBB-Lokremise in Betracht gezogen.
Gegenwärtig ist rund ein Drittel der Hofanlage restauriert. Für die etappenweise Verbesserung der Bausubstanz setzt sich seit 1990 die Stiftung Hof zu Wil ein, die nach einer 1. Bauetappe (1994-1998) nun ein zweites Bauprojekt in Aussicht genommen hat. Vorgesehen ist insbesondere die Sanierung des so genannten Turmgevierts, des ehemaligen Wohn- und Wehrturms der Grafen von Toggenburg. Zweites Kernstück des Projekts ist der Umbau des ehemaligen Brauhauses zur Stadtbibliothek. Die Baubewilligung liegt seit März 2006 vor, der Beginn der Arbeiten, die auf Gesamtkosten von rund 10,7 Millionen Franken veranschlagt sind, ist auf September 2007 geplant. Die Bauvollendung schliesslich soll im Juli 2009 gefeiert werden.
Raumproblem Stadtbibliothek
2003 fasste der Stadtrat nach Überprüfung verschiedener Alternativen den Entscheid, das Brauhaus als künftigen Bibliotheks-Standort vorzusehen. Seit Jahren vermag das Raumangebot den Ansprüchen an eine zeitgemässe Stadtbibliothek nicht mehr zu genügen. So werden gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für öffentliche Bibliotheken für 25'000 Medien üblicherweise 500 m2 beansprucht; die Stadtbibliothek verfügt aktuell jedoch über fast 28'000 Medien bei einer Fläche von lediglich rund 280 m2. Die Nutzfläche im Brauhaus wird gegen 700m2 betragen.
Zentralörtliche Leistung
Die Einmietung in der neuen Stadtbibliothek löst einmalige Investitionskosten von 775'000 Franken aus. Hinzu kommt ab 2009, bedingt u.a. durch die grössere Fläche, erweiterte Öffnungszeiten (z.B. Montagnachmittag) und eine Aufstockung der Stellenprozente ein um 145'000 Franken höherer Betriebsaufwand. Angesichts der hohen Besucherfrequenz aus den Regionsgemeinden wird sich der Stadtrat erlauben, bei selbigen um eine finanzielle Beteiligung an die höheren Betriebskosten nachzusuchen. Dies nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über eine allfällige Abgeltung von zentralörtlichen Leistungen.
Denkmalpflege und Lotteriefonds
Bereits hat die Stiftung Hof zu Wil für die 2. Bauetappe denkmalpflegerisch begründete Subventionsgesuche an Bund und Kanton gerichtet. Gerechnet werden darf mit einem Beitrag von 950’000 Franken (Bund: Fr. 600'000.--; Kanton: Fr. 350’000.--), vorausgesetzt die Stadt Wil beteiligt sich unter dem Titel Denkmalpflege ebenfalls mit 350'000 Franken. Aus dem Lotteriefonds des Kantons fliessen gemäss Beschluss vom Mittwoch, 7. Juni 2006, 1,85 Millionen Franken (inkl. Fr. 350'000.-- aus der Denkmalpflege). Bedingung ist auch hier, dass die Stadt Wil den vorgesehenen Baukostenbeitrag in der Höhe von 3 Millionen Franken leistet. Die Restkosten von knapp 5 Millionen Franken will der Stiftungsrat mit Spendengeldern (3 Mio. Franken) beziehungsweise der Aufnahme von Fremdkapital (1,9 Mio. Franken) selber einbringen.
Öffentliches Beschaffungswesen verfügt
Entsprechend unterbreitet der Stadtrat dem Parlament einen Baubeitrag an die 2. Bauetappe Hof zu Wil von 3,35 Millionen Franken (inkl. Denkmalpflege) sowie den erwähnten Investitionskredit von 775'000 Franken für Einrichtung und Ausstattung der Bibliothek zuzüglich 145'000 Franken für die jährlich wiederkehrenden betrieblichen Mehrkosten. Die Beschlüsse unterliegen dem fakultativen Referendum. Zusätzlich soll in der Beitragszusicherung an die Stiftung Hof zu Wil verfügt werden, dass diese bei der Vergabe die Vorschriften über das öffentliche Beschaffungswesen anzuwenden habe. – Die Beratung der Vorlage im Stadtparlament ist auf September vorgesehen.
Der Stadtrat ist überzeugt, dass dem Hof namentlich mit dem Einzug der Stadtbibliothek eine neue, generationenübergreifende Belebung zuteil wird, welche massgeblich zur Ausstrahlung Wils auch über die Kantonsgrenzen hinaus beitragen wird. Zudem sind Synergien zwischen Bibliothek, Museum, Volkshochschule und Gastronomie absehbar. Das Wiler „Aushängeschild“ Hof hat Entwicklungspotential, mit der geplanten Erweiterung kann es nach Auffassung des Stadtrates genutzt werden.
Neuer Standort Kunsthalle
Durch die Verlegung der Stadtbibliothek ins Brauhaus muss für das dortige Kunsthalle-Provisorium ein neue Lösung gefunden werden. Die neue Kunsthalle soll spätestens Anfang 2008 am neuen Ort bespielt werden können. Der Stadtrat hat insbesondere die Standorte Tonhallestrasse 11, Gerichtshaus, Kleinviehmarkthalle sowie alte SBB-Lokremise einer eingehenden Überprüfung nach den Kriterien Fläche (ca. 200 m2), zeitliche Verfügbarkeit (2008), Investitionskosten und Infrastruktur unterzogen. Bevorzugt werden auch nach Rücksprache mit dem Kurator, Frank Nievergelt, die Kleinviehmarkthalle sowie die Lokremise. Die dortigen Räumlichkeiten liessen sich nach ersten groben Kostenschätzungen mit verhältnismässig geringem Aufwand für die neue Nutzung herrichten. Jedenfalls will der Stadtrat, wie er in seiner Botschaft zuhanden des Parlaments schreibt, „alles daran setzen, dass auch der neue Standort zur Festigung des hervorragenden Rufs der Kunsthalle Wil beiträgt“.