Archiv
20. November 2002
Geleitete Schulen mit Profil, Oberstufenfrage und Integrationskonzept
Die Umsetzung und Weiterentwicklung des Projektes "Geleitete Schule" sowie die Erarbeitung des Oberstufenkonzeptes und eines Integrationskonzeptes gehören in der stadträtlichen Legislaturplanung 2001–2004 zu den prioritären Schwerpunktthemen. Das Ressort Schule informiert nachstehend über die in den genannten Projekten im Jahr 2002 getroffenen Massnahmen.
Geleitete Schulen zeigen Profil
Das Projekt "Stadt Wil – Geleitete Schulen mit Profil" steht im dritten und letzten Projektjahr. Das Projekt selbst wie auch die damit im Zusammenhang stehende künftige Ausgestaltung der städtischen Oberstufen- und Integrationspolitik dienen der Verwirklichung einer Hauptzielsetzung, nämlich der Verbesserung der Unterrichtsbedingungen und damit verbunden der Steigerung der Qualität der städtischen Schulen.
Seit Projektbeginn sind verschiedene Massnahmen durchgeführt worden. Beispielhaft zu nennen sind die Delegation eines Teils der bisherigen Schulratskompetenzen an die Schulleitungen, die Schaffung der städtischen Kriseninterventionsgruppe, die schrittweise Einführung der Schulsozialarbeit, aber auch der behördlich praktizierte konsequente Umgang mit verhaltensschwierigen Schülern durch eine strikte Durchsetzung des Disziplinarrechts. Im Bereich des eigentlichen Kerngeschäftes der Schulen zu erwähnen sind die Entwicklung und Anwendung praxistauglicher Instrumente zur Überprüfung und Verbesserung der Schulqualität sowie die Neukonzeption der schulischen Fördermassnahmen. Im personellen Bereich schliesslich ist auf die neuen Strategien des Schulrates zur möglichst unbürokratischen und schnellen Gewinnung qualifizierter Lehrpersonen hinzuweisen.
Noch im Verlaufe dieses Schuljahres wird, wie im Projektplan vorgesehen ist, eine aussenstehende Fachperson die bisher geleistete Arbeit beurteilen, um hieraus Erkenntnisse über das bisher Erreichte und Vorschläge für nötige Korrekturen und weiterführende Massnahmen gewinnen zu können. Gemäss dem bereits erarbeiteten Konzept werden Schulleitungen, Lehrpersonen, Behördenmitglieder und Eltern befragt. Es ist vorgesehen, in den Prozess der Erarbeitung der Fragestellungen auch Vertretungen der Fraktionen des Parlamentes einzubinden.
Oberstufenfrage und Integration
Im Bereich der Oberstufen- und Integrationsthematik als wichtige Eckpunkte zu erwähnen sind die erfolgte Durchführung einer Syntegration zur städtischen Oberstufensituation sowie die ressortinterne Vernehmlassung zur Frage der Integration und die Fortführung des integrativen Deutschunterrichts für Fremdsprachige im Kindergarten. Hinzuweisen ist schliesslich auch auf den Erlass von Richtlinien betreffend die Beschulung fremdsprachiger Kinder an den Wiler Schulen, wonach das Beschulungsangebot bei über 16-jährigen Zugewanderten an die Voraussetzung korrekten Verhaltens geknüpft wird.
Mit Blick auf die Oberstufensituation gilt es die angekündigten Vernehmlassungsunterlagen gemäss dem vom Stadtrat zusammen mit dem Klosterbeirat erarbeiteten Vorgehensplan bis Ende November 2002 fertig zu stellen und in Absprache mit dem Klosterbeirat sowie den Nachbarschulgemeinden bis Ende Januar 2003 definitiv zu verabschieden. Die Durchführung der Vernehmlassung zu einem künftigen Oberstufenkonzept ist von März 2003 bis Ende August 2003 geplant. An der Vernehmlassung werden der Erziehungsrat des Kantons St.Gallen, die Schulräte Wil, Bronschhofen, Rossrüti, der Klosterbeirat St. Katharina sowie die an der Syntegration vertretenen Gremien (inklusive die Syntegrationsteilnehmenden selbst) beteiligt sein.
Bis zum Vorliegen der Vernehmlassungsergebnisse und einer allfälligen Änderung bisheriger Rechtsgrundlagen ist es selbstverständlich, dass die bisher geltenden Grundlagen, namentlich der Schulvertrag mit dem Kloster St. Katharina sowie die bisherige Praxis betreffend die übrigen Privatschulen, nach wie vor Gültigkeit haben.
Zur Integrationsthematik wurde ressortintern an allen Schulen, bei Vertretungen der Elternschaft und Behörden eine Vernehmlassung durchgeführt, deren Ergebnisse demnächst dem Schulrat unterbreitet werden. Ziel des weiteren Vorgehens wird sein, die gesamten schulischen Integrationsmassnahmen in zeitlicher wie auch in sachlicher Hinsicht mit dem vorgesehenen gesamtstädtischen Integrationskonzept zu koordinieren. Es wird dem Parlament noch im Jahr 2002 ein entsprechendes Vorgehenskonzept unterbreitet.
Durch die gezielte Fortführung der bisherigen Massnahmen und die Realisierung der geplanten weiteren Vorgehensschritte werden die städtischen Schulen befähigt, den zunehmend schwierigeren gesellschaftlichen Herausforderungen gewachsen zu sein.