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20. September 2006
Baulücke Neualtwil kann geschlossen werden
Der Stadtrat beantragt dem Parlament, drei Grundstücke in Neualtwil für 6,735 Mio. Franken an die HRS Hauser Rutishauser Suter AG, Frauenfeld zu verkaufen. Damit kann die geplante durchgehende Überbauung Neualtwil vorangetrieben werden.
Die Stadt Wil ist Eigentümerin von drei Grundstücken (Total 15'507 m2) mitten im Gestaltungsplangebiet Neualtwil. Der Stadtrat beabsichtigt im Sinne seiner aktiven Bodenpolitik, eine heute noch bestehende Baulücke zu schliessen und damit die durchgehende Gesamtüberbauung Neualtwil zu ermöglichen. Der Verkauf der erwähnten Grundstücke wurde erstmals im Jahre 2002 in Aussicht genommen – allerdings ohne Erfolg. Hauptursache waren indes nicht die preislichen Vorstellungen der Stadt Wil, sondern der geltende Gestaltungsplan Neualtwil, welcher der Überbauung der verbleibenden Grundstücke ein sehr enges Korsett anlegt.
Neue Bedürfnisse am Markt
Der Stadtrat steht nach wie vor hinter dem mittlerweile 30-jährigen Konzept des Gestaltungsplans, welches eine haushälterische Bodennutzung mit verdichteter Bauweise in hoher Wohnqualität vorsieht. Gleichzeitig misst er der städtebaulich ausgewiesenen Absicht, die erwähnte Baulücke dereinst zu schliessen, grosse Bedeutung bei. Vor diesem Hintergrund sei es nicht zweckmässig, schreibt der Stadtrat in seiner Botschaft zuhanden des Parlaments, an einem Planungsinstrument unverändert festzuhalten, wenn am Markt andere Bedürfnisse bestünden. Der Gestaltungsplan soll daher überarbeitet werden.
Neuerliche Ausschreibung verlangt
Im vergangenen Jahr sodann wurde eine Veräusserung der Grundstücke an die Ed. Vetter AG, Wil, für rund 5,583 Mio. Franken beantragt. Dies jedoch wies das Stadtparlament mit Hinweis auf geänderte Rahmenbedingungen gegenüber der ursprünglichen Ausschreibung zurück. Namentlich war der Ed. Vetter AG zugebilligt worden, den Gestaltungsplan auf eigenes finanzielles und zeitliches Risiko hin zu überarbeiten. Die drei städtischen Grundstücke wurden in der Folge neuerlich öffentlich ausgeschrieben - mit dem Ziel einen Investor zu finden, welcher auf eigene Kosten und eigenes Risiko auch besagte Änderung des Gestaltungsplanes durchführt.
Zuschlag an HRS
Gestützt auf die Kriterien „Vorgehen zur Überarbeitung des Gestaltungsplans“, „Modalitäten Kaufvertrag“ sowie „Referenzen“ hat der Stadtrat der HRS Hauser Rutishauser Suter AG, Frauenfeld, den Zuschlag gegeben. Die HRS hatte mit 6,735 Mio. Franken auch das höchste Kaufangebot eingereicht. Der entsprechende Kaufvertrag erhält eine Bedingung, wonach dieser entschädigungslos dahinfällt, sollte bis Ende 2011 der Gestaltungsplan nicht rechtskräftig werden. Nach Ablauf dieser Frist wären beide Parteien wieder frei und könnten aufgrund der dannzumaligen Verhältnisse über das weitere Vorgehen befinden. Überdies wurde ein Rückkaufsrecht zum gleichen Preis vereinbart.
Kein Kostenrisiko für die Stadt
Der Stadtrat ist überzeugt, mit der HRS den geeigneten Partner gefunden zu haben, um die Baulücke Neualtwil in absehbarer Zeit schliessen zu können. Zudem trägt die Stadt für die Überarbeitung des Gestaltungsplans kein Kostenrisiko. Schliesslich decken sich die stadträtlichen Vorstellungen zur Überarbeitung des Gestaltungsplanes mit jenen der HRS wie auch der Ed. Vetter AG als Eigentümerin der anderen unüberbauten Grundstücke im Plangebiet.
Verdichtetes Bauen in Neualtwil
Die Überbauung „Neualtwil“ gilt in Fachkreisen als Vorzeigebeispiel verdichteten Bauens. Seit 1978 sind dort kontinuierlich und von Westen nach Osten, Wohnhäuser erstellt worden. Mitte der 90er-Jahre geriet die weitere Überbauung ins Stocken, erst gegen Ende des fraglichen Jahrzehnts wurde im östlichen Teil noch einmal eine Bauetappe realisiert. Aktuell ist rund ein Drittel des Gebiets noch nicht überbaut.
Bericht und Antrag an das Stadtparlament
Kaufvertrag