Archiv
1. April 2003
Erfolgreiches Jahr 2002 für die Technischen Betriebe Wil
Die Technischen Betriebe Wil (TBW) blicken auf ein ausserordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2002 zurück: Die Kundenzahl und die abgesetzten Energiemengen erhöhten sich überdurchschnittlich, der Internetbereich konnte beinahe eine Verdoppelung erzielen. Die regionale Zusammenarbeit wurde mit der THURPOWER AG und dem Wasserverbund mit Wilen entscheidend gestärkt.
An einer Medienkonferenz informierte die Geschäftsleitung der Technischen Betriebe Wil (TBW) am Dienstag, 1. April 2003, über den Jahresabschluss 2002 sowie über die Aktivitäten im vergangenen und im laufenden Jahr.
Regionale Zusammenarbeit im Energiebereich
Weil das Versorgungsgebiet der TBW teilweise weit über die Grenzen der Stadt Wil hinausreicht, pflegt das Versorgungsunternehmen seit langem eine enge Zusammenarbeit mit ihren angrenzenden Partnern. Im letzten Jahr konnten diesbezüglich entscheidende weitere Schritte getätigt werden:
- Zusammenschluss von 39 Elektrizitätsversorgungsunternehmen der Regionen Toggenburg, Wil und Thurgau-Süd zur THURPOWER AG mit dem Zweck, die Energie günstiger einzukaufen und bei Energiedienstleistungen Synergieeffekte zu erreichen;
- Wasserverbund zwischen den Gemeinden Wil und Wilen und damit erzielte Einsparung von Reservoirkapazitäten.
Umsatzzunahme
Um es vorwegzunehmen: Die TBW können auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Einerseits weisen die Umsätze bei Strom und Gas erneute Zunahmen auf, andererseits sind die Teilnehmerzahlen bei der Gemeinschaftsantenne und vor allem im Internetbereich stark gestiegen:
- Der Stromumsatz verzeichnete im hydrologischen Jahr (Oktober 2001 bis September 2002) eine Zunahme von 3,0 Prozent auf 99,2 Mio. kWh.
- Der Erdgasumsatz stieg um 5,3 Prozent auf 268,1 GWh (Schweiz: Abnahme um 1,9 Prozent).
- Bei der Gemeinschaftsantenne erhöhte sich die Zahl der Kunden um 1,4 Prozent auf 30'822 Personen.
- Beim Internetdienst erhöhte sich die Kundenzahl um 78 % auf 1’638 Personen.
Der erhöhte Energiebedarf ist vor allem auf die rege Wohnbautätigkeit im letzten Jahr zurückzuführen. Durch eine gezielte Werbeaktion konnte eine grössere Anzahl bestehender Heizungen neu für die umweltfreundliche Energie Erdgas gewonnen werden. Trotz der erhöhten Nachfrage wurde die Energieversorgung im ganzen Einzugsgebiet einwandfrei sichergestellt.
Die Frischwasserförderung hat trotz Bevölkerungszunahme mit 1,88 Mio m3 beinahe wieder den Rekord-Tiefstwert vom letzten Jahr erreicht. Dies entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von zirka 310 Liter/Tag (durchschnittlicher Verbrauch in der Schweiz: zirka 400 Liter/Tag). Der tiefe Wert ist – trotz der 29 Leitungsbrüche – auf verminderte Wasserverluste im Netz und auf die Sparbemühungen der Verbraucher zurückzuführen.
Stabile Energiepreise
Aufgrund des negativen Abstimmungsergebnisses über das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) war das Jahr 2002 gekennzeichnet durch stabile Preise bei Elektrizität und Erdgas. Durch den nun fehlenden Wettbewerbsdruck haben sich die marktwirtschaftlichen Verhältnisse sowohl für die Werke wie auch für die Grosskunden eher zu deren Nachteil entwickelt. Für Grösstmengen mit Sonderkonditionen wurde die Talsohle erreicht, die Grosshandelspreise stiegen tendenziell wieder an.
Finanzergebnis
Der erwirtschaftete Umsatz der TBW betrug im Jahr 2002 rund 32,5 Mio. Franken (Cash-Flow: 8,3 Mio. Franken). Zum Gesamtergebnis trugen die einzelnen Geschäftsbereiche wie folgt bei:
- Anteil Elektrizitätsversorgung: 15.3 Mio. Franken (47,1 Prozent), Cash-Flow: 3,1 Mio. Franken;
- Anteil GA / Internet: 3,9 Mio. Franken (12,0 Prozent), Cash-Flow: 2,1 Mio. Franken;
- Anteil Erdgasversorgung: 11,5 Mio. Franken (35,4 Prozent), Cash-Flow: 2,5 Mio. Franken;
- Anteil Wasserversorgung: 1,8 Mio. Franken (5,5 Prozent), Cash-Flow: 0,6 Mio. Franken.
Der erwirtschaftete Cash-Flow vom 8,3 Mio Franken reichte erstmals seit vielen Jahren wieder aus, um die getätigten Neuinvestitionen von 4,5 Mio. Franken vollständig zu finanzieren und die Verschuldung etwas abzubauen. Durch Abschreibungen von 6,4 Mio. Franken konnte der Buchwert der Anlagen auf rund 20 Mio. Franken reduziert werden.
Überdies haben die Technischen Betriebe im Jahr 2002 wiederum einen Beitrag von 1,37 Mio. Franken an den Gemeindehaushalt geleistet. Die zukünftige Bemessung dieser Abgaben ist Gegenstand eines Postulates der Werkkommission, das demnächst im Parlament beraten werden soll.
Netzausbau
Netzausbau und -sanierung konnten im vergangenen Jahr in allen Leitungsnetzen plangemäss umgesetzt werden. Die Länge des Netzes steigerte sich um 4,7 km bei der Elektrizitätsversorgung und um 11 km bei der Gasversorgung. Das Erdgasnetz soll bis 2005 vollständig auf Kunststoffrohre umgerüstet sein. Eine im letzten Jahr zusätzlich erstellte 5-bar-Zubringerleitung wird die Versorgungssicherheit beim Erdgas weiter verstärken.
Beim Elektrizitätsnetz dauert die geplante Erneuerung auf den 20 kV-Standard noch rund 20 Jahre.
Das Netz der Gemeinschaftsantenne (GA) ist flächendeckend rückwärtstauglich und damit für Internetsignale nutzbar. Die ausgezeichnete Leistungsfähigkeit des Internetanschlusses via Kabel-TV mit sehr hohen Übertragungsraten bis zu 8'192 kbit/s ist der Grund für die sprunghafte Entwicklung der Kundenzahlen in diesem Bereich. In Kürze werden über 1'900 Kunden von diesem kostengünstigen Angebot Gebrauch machen.
Seit dem letzten Sommer verbreitet die GA Wil erstmals 35 TV- und 37 Radioprogramme in digitaler Qualität. Diese neue Technologie wird die herkömmliche Signalübertragung im Kabelnetz bald ablösen und bietet eine breite Anwendungspalette.
Trinkwasser von hoher Qualität
Das Wiler Trinkwasser ist von einwandfreier Qualität und kann bedenkenlos konsumiert werden. Das gilt sowohl für das Wasser zu Hause als auch für das Wasser der zahlreichen Brunnen auf dem Wiler Stadtgebiet. Die regelmässigen Wasserproben im letzten Jahr haben ergeben, dass die Vorgaben des eidgenössischen Lebensmittelgesetzes ohne Einschränkungen erfüllt sind.
Die Quellen der Wiler Wasserversorgung sind alle durch Schutzzonen gesichert. Das Wasser wird weder gefiltert noch chemisch aufbereitet, sondern wo nötig durch eine Lichtquelle (UV-Anlage) bestrahlt, um allfällig noch vorhandene Keime abzutöten.
TBW bleiben technologisch und ökologisch am Ball
Für das Jahr 2003 packen die TBW folgende herausfordernden Projekte an:
- Weitere Technologieverbesserungen im Kabel-TV-Bereich (Digitalisierung / Telefonie)
- Fernablesung und Lastmanagement der Industriekunden via Internet
- Realisierung einer Erdgas-Tankstelle in Wil
- ISO-Zertifizierung des Unternehmens