Stadt Wil

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2. Juli 2003

Pilotphase für eine offene, mobile Jugend- und Sozialarbeit bewilligt

Der Stadtrat hat für die Pilotphase einer offenen, mobilen Jugend- und Sozialarbeit einen dringlichen Kredit von 12'000 Franken bewilligt. Das Projekt sieht vor, dass Sozialarbeitende durch regelmässige Präsenz auf öffentlichen Plätzen Kontakte zu Jugendlichen und Erwachsenen knüpfen. Die Pilotphase findet in der zweiten Hälfte 2003 statt. Die Projektleitung wurde den Wiler Integrations- und Präventionsprojekten wipp übertragen.


In verschiedenen Gemeinden der Schweiz besteht schon heute eine offene, mobile Jugend- und Sozialarbeit. Das Angebot, das auf Vertrauensbildung basiert, ermöglicht Jugendlichen und Erwachsenen einen leichteren Zugang zu Unterstützung und Hilfeleistungen bei Problemen.

Veränderte Situation
Bis vor zirka fünf Jahren war die Jugend- und Gassenarbeit in Wil an den bekannten Szenentreffpunkten regelmässig präsent und knüpfte Kontakte zu zahlreichen Menschen. Bestehende Probleme konnten frühzeitig erkannt und präventive Massnahmen eingeleitet werden, bevor die Situation eskalierte.

Diese "seismografische Funktion" wird heute nicht oder kaum mehr wahrgenommen; beobachtende und niederschwellig ansprechbare Vertrauenspersonen fehlen. Die SozialarbeiterInnen von wipp machen keine aufsuchende Arbeit mehr. Auch im Freizeithaus Obere Mühle müssen Jugendliche um Hilfeleistungen und Unterstützungen aktiv nachfragen. Die Soziale Arbeit kommt in der Regel erst dann zum Einsatz, wenn die Probleme den Betroffenen bereits über den Kopf gewachsen sind.

Spannungen verhindern
Es ist davon auszugehen – die vergangene Schönwetterperiode bestätigt dies –, dass sich im Sommer 2003 die Situation auf öffentliche Plätzen ebenso lebendig gestalten wird wie letztes Jahr. Grundsätzlich wird die Benützung öffentlicher Plätze und Anlagen seitens des Stadtrates begrüsst. Aufgrund einzelner negativer Vorkommnisse fühlen sich AnwohnerInnen und PassantInnen jedoch verunsichert. Der Ruf nach ordnungspolitischen Massnahmen der Polizei wurde zusehends lauter und schliesslich auch erhört.

Neben polizeilichen Massnahmen kann aber auch die Soziale Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Spannungen leisten. Der Stadtrat beurteilt deshalb eine offene, mobile Jugend- und Sozialarbeit als ausgewiesenes Anliegen. Wichtig erscheint dem Rat aber, dass mit dem Projekt nicht nur Jugendliche, sondern alle im öffentlichen Raum sich befindenden Personen angesprochen werden.

Situationsanalyse
Nach Durchführung einer ersten Analyse im Herbst 2002 fand im Frühjahr 2003 eine weitere "Situationsanalyse öffentlicher Raum" statt. Fast täglich führten Mitarbeitende von wipp Rundgänge durch und stellten fest, dass nicht nur an den meist frequentierten Aufenthaltsorten – Bahnhof, Allee, St. Peterpark, Park beim Stadtweier –, sondern fast überall in der Stadt (auch auf Schulhausarealen) sich kleinere Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen aufhalten. Der Konsum von Cannabis und Alkohol spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die soziale Einbettung dieser Personen ist mehrheitlich schwer abzuschätzen. Anzunehmen ist aber, dass soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung und Suchtmittelmissbrauch eine Rolle spielen. Eine Verknüpfung mit sozialen Hilfsnetzen und Kontakte mit der Sozialen Arbeit bestehen meist keine.

Pilotprojekt
Im Voranschlag 2003 ist für eine offene, mobile Jugend- und Sozialarbeit kein Kredit enthalten. Da diese Massnahme im öffentlichen Interesse ist, hat der Stadtrat für die Pilotphase einen Kredit von 12'000 Franken bewilligt. Während der Pilotphase von Juli bis Dezember 2003 werden Sozialarbeitende in Zweierteams auf den öffentlichen Plätzen und Anlagen regelmässig präsent sein, um mit den Jugendlichen und Erwachsenen Kontakte zu knüpfen. Die Projektleitung liegt bei wipp.

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