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22. September 2004
Kanalisationssanierungen im Südquartier
In den vergangenen Tagen wurden die bestehenden Abwasserleitungen der Stadt Wil in der Wilen-, Rütli- und Scheffelstrasse saniert. Die Sanierungsmassnahmen wurden aufgrund von Kanalfernsehaufnahmen ermittelt und aufgrund der Dringlichkeit mit der entsprechenden Priorität versehen.
Die Leitungen weisen statische wie auch betriebliche Mängel auf. Gleichzeitig wurden die Hausanschlussleitungen untersucht und den Grundeigentümern Sanierungsvorschläge unterbreitet.
Die Stadt Wil hat die Leitungseigentümer aufgrund des Abwasserreglements aufgefordert, die defekten Stellen beziehungsweise Leitungen mit der Hauptleitung zu sanieren. Zurzeit sind die Vorabklärungen in Bezug auf die Hausanschlusssanierungen im Gange. Die Sanierungsarbeiten der privaten Hausanschlüsse beginnen Ende Oktober und werden im Dezember 2004 abgeschlossen. Diese Sanierungsaufwendungen gehen zu Lasten der Grundeigentümer.
Ziel der städtischen Sanierungsmassnahmen ist es, die in der Kanalisation bekannten Schadstellen wirtschaftlich zu sanieren. Für die Ermittlung der Sanierungsmethode wurde das spezialisierte Büro SBU AG, Rorschach, beigezogen. Der Vorschlag sah vor, die Leitungen mittels eines Schlauchrelining-Verfahrens zu sanieren. Dieses Verfahren entspricht dem Stand der heutigen Technik und ermöglicht es, solche Arbeiten von innen auszuführen. So können die Immissionen stark eingegrenzt und nur in seltenen Fällen müssen die Strassen gesperrt werden. Die Bauzeit für die Sanierungsetappe 2004 liegt für alle Leitungen unter fünf Wochen.
Schlauchrelining-Verfahren
Beim Schlauchrelining-Verfahren wird das Rohr an Ort und Stelle hergestellt. Ein mit Kunstharz getränkter, werkseitig vorgefertigter Trägerschlauch aus Nadelfilz (Bewehrung) wird über einen Kontrollschacht mittels Wasserdruck in die Haltung eingebracht und an die Rohrwandung der bestehenden Abwasserleitung gepresst. Die Aushärtung erfolgt bei diesem System durch Wärmezufuhr über das Prozesswasser.
Vor dem Einzug des Inliners werden Hindernisse wie harte Ablagerungen, vorstehende seitliche Anschlüsse oder stark versetzte Muffen mit dem Kanalroboter entfernt, und die Fremdwassereintritte werden mit Injektionen gestoppt. Der Abfluss des Abwassers wird während der Sanierungsphase mittels Wasserhaltung (Pumpen) gewährleistet. Somit entstehen keine Einschränkungen während der Arbeiten für die Anwohner.
Einige Tage nach der Aushärtung des Schlauches werden die vorher eingemessenen seitlichen Anschlüsse mittels Kanalroboter gefräst und dicht eingebunden. Nach Abschluss der Sanierungen entsprechen die Leitungen wieder den Anforderungen an das Gewässerschutzgesetz.
Der Stadtrat hat das wirtschaftlich-günstigste Angebot berücksichtigt und die Ausführungsarbeiten der Firma KA-TE Insituform AG, Waldkirch, übertragen.