Archiv
6. März 2006
Rechnung 2005: Besserstellung von 4,2 Mio. Franken
Die Stadt Wil wartet neuerlich mit einem positiven Rechnungsergebnis auf: die laufende Rechnung schliesst mit einer Besserstellung gegenüber dem Voranschlag von rund 4,2 Mio. Franken ab. Budgetiert war ein Defizit von 125'550 Franken. Der Stadtrat beantragt dem Parlament nach Absprache mit der Geschäftsprüfungskommission (GPK), rund 3 Mio. Franken für zusätzliche Abschreibungen aufzuwenden und 1 Mio. Franken in Vorfinanzierungen einzulegen.
Das positive Rechnungsergebnis von 4'089'377 Franken ist massgeblich dem Mehrertrag bei den Steuern (2'264'000 Franken) zu verdanken. Wesentliche Verbesserungen waren bei den Verwaltungsgebühren (269'000 Franken), bei den Bezugsprovisionen Steuern (177'000 Franken) und bei den Abgaben der Technischen Betriebe (159'000 Franken) zu verzeichnen. Ein Minderaufwand ergab sich bei den ordentlichen Abschreibungen (727'000 Franken) und bei den Zinsen (378'000 Franken), ebenso bei der Sozialen Wohlfahrt (683'000 Franken, netto). Eine nicht budgetierte, zusätzliche Ausgabe stellte die Altlastensanierung auf dem ehemaligen Gaswerkareal dar (-345'000 Franken), ein Minderertrag schliesslich resultierte bei den Beiträgen an die Strassenlasten (-196'000 Franken).
Minderaufwand bei den Ausgaben
Als besonders erfreulich wertet der Stadtrat die Ausgabenentwicklung. Der vergleichbare Aufwand inklusive ordentlicher Abschreibungen liegt 1,7 Mio. Franken oder 1,93 Prozent unter dem Voranschlag. Bereits in der letzten Amtsdauer 2001-2004 blieb der Aufwand gesamthaft 0,73 Mio. Franken unter Budget.
Verwendung des Rechnungsüberschusses
Der Stadtrat beantragt dem Parlament nach Rücksprache mit der Geschäftsprüfungskommission (GPK), vom Ertragsüberschuss 3'089'377 Franken für zusätzliche Abschreibungen zu verwenden. Eingesetzt werden sollen folgende Beträge: Gemeindestrassen (1 Mio. Franken), Sportanlagen (929'399 Franken), Mobilien, Maschinen, allgemeine Verwaltung (359'977 Franken), Stiftung Hof zu Wil, Beitrag 1. Etappe (800'000 Franken). Schliesslich schlägt der Stadtrat vor, 1 Mio. Franken in Vorfinanzierungen für Schulbauten einzulegen. Mit dieser Verwendung des Überschusses ist Gewähr geboten, dass vor allem in den Jahren 2008 und 2009, in denen gemäss Finanzplan grosse Investitionen anstehen, eine namhafte Entlastung der Rechnung erzielt werden kann.
Die Investitionsrechnung 2005 weist sodann bei Ausgaben von 7'837'125 Franken und Einnahmen von 2'513'406 Franken Nettoinvestitionen von 5'323'719 Franken aus, was einem Investitionsgrad von 71 Prozent entspricht. Der Voranschlag 2005 hatte mit Nettoinvestitionen von 7,5 Mio. Franken gerechnet.
Investitionen mit eigenen Mitteln finanziert
Die Investitionen konnten wiederum vollständig aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Der Bruttoüberschuss erreichte dank dem Rechnungsüberschuss 13'435'439 Franken. Budgetiert war ein solcher von 9'074'000 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt damit 252,4 Prozent (Vorjahr 172,9 Prozent) und liegt deutlich über dem 10-Jahre-Mittel von 109,4 Prozent.
Geringere Verschuldung
Das sehr gute Rechnungsergebnis führt zu einer weiteren Reduktion der Verschuldung auf knapp 110 Prozent der Einfachen Steuer von 39'127'184 Franken (Vorjahr 127,2 Prozent bei einer Einfachen Steuer von 40,1 Mio. Franken). Konkret verringerte sich die Verschuldung um rund 8,1 Mio. Franken auf neu 42'968'742 Franken.
Die Verschuldung ist freilich nicht mit den Schulden zu verwechseln. Die Verschuldung ist die Differenz zwischen dem (noch abzuschreibenden) Verwaltungsvermögen einerseits und dem Eigenkapital und den Vorfinanzierungen andererseits. Die Verschuldung ist ein rein buchmässiger Wert. Bei den Schulden handelt es sich demgegenüber um geldmässige Werte, beispielsweise in Form von Darlehen, welche zurückbezahlt werden müssen. Ein Ertragsüberschuss reduziert die Verschuldung. Es können damit aber keine Schulden abbezahlt werden, sondern nur mit den zusätzlichen liquiden Mitteln, welche durch den Überschuss entstanden sind. Unabhängig davon, wie der Ertragsüberschuss verwendet wird, werden mit den zusätzlichen Mitteln Schulden abbezahlt.
Die vom Stadtrat definierten Ziele zu den fünf Finanzkennzahlen Verschuldung in Steuerprozenten, Selbstfinanzierungsgrad, Selbstfinanzierungsanteil, Zinsbelastungsanteil und Kapitaldienstanteil wurden schliesslich mit Ausnahme des Selbstfinanzierungsanteils erreicht.
Siebter Überschuss in Folge
Es ist dies bereits der siebte Rechnungsüberschuss in Folge. Insgesamt sind seit 1999 Besserstellungen gegenüber dem Budget in der Grössenordnung von rund 32,2 Mio. Franken zu verzeichnen gewesen. Die Finanzlage hat sich damit in den vergangenen Jahren markant verbessert, konnte in der erwähnten Zeitspanne doch gleichzeitig die Verschuldung von 66,2 Mio. Franken auf knapp 43 Mio. Franken verringert werden. Die Stadt besitzt damit auch wieder einen grösseren finanziellen Handlungsspielraum für die kommenden Jahre, was angesichts des hohen Investitionsbedarfs in den gesellschaftspolitisch bedeutenden Bereichen Bildung, Sport und Alter von gemäss Finanzplan netto 76,3 Mio. Franken eine nach Auffassung des Stadtrats überaus erfreuliche Entwicklung darstellt.
Das Stadtparlament berät das Rechnungsergebnis an seiner Sitzung vom 27. April 2006.
Überschuss auch bei den TBW
Als sehr erfolgreich gewertet werden darf einmal mehr auch das Geschäftsjahr 2005 bei den Technischen Betrieben Wil (TBW). Ausgewiesen wird für die gegenüber der Stadt abgabepflichtigen Versorgungsbetriebe Elektrizität (EV), Gas (GV) und Gemeinschaftsantenne (GA) ein Ertragsüberschuss von ingesamt rund 6,5 Mio. Franken (EV 2,3 Mio., GV 2,1 Mio., GA 2,1 Mio.).
Die Abgaben an die Stadt berechnen sich nach dem vom Parlament genehmigten Modell. Der Substanzwert wird mit 5 Prozent verzinst und vom Reingewinn werden 15 Prozent abgeliefert. Daraus ergibt sich eine Abgabe an die Stadt von 2,241 Mio. Franken (EV 846'000, GV 740'000, GA 655’000). Für die Wasserversorgung ist keine Abgabe zu entrichten, der Reingewinn beträgt rund 654'000 Franken.