Stadt Wil

Archiv

12. März 2008

Kauf Grundstück Langacker und Einräumung Baurecht für RLZ Ostschweiz

Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament, das Grundstück Langacker für knapp 1,7 Mio. Franken von der Ortsgemeinde Wil käuflich zu erwerben und darauf der noch zu gründenden Stiftung zu Vorzugskonditionen ein Baurecht für das Regionale Kunstturner-Leistungszentrum Ostschweiz einzuräumen. Damit dokumentiert der Stadtrat sein Engagement im Bereich des Kunst- und Geräteturnens.

Der Schweizerische Turnverband (STV) sieht in seinem Konzept nebst dem Verbandszentrum in Magglingen auch acht so genannte Regionale Leistungszentren (RLZ) vor. Davon sind sieben bestimmt und bereits in Betrieb. Die Ostschweiz ist indes noch nicht mit einem RLZ abgedeckt.

Private Initiative
Auf Initiative des TZ Fürstenland haben sich acht Turnverbände in den Kantonen St. Gallen und Thurgau zur Interessengemeinschaft (IG) RLZ Ostschweiz zusammengeschlossen, um gemeinsam in der Ostschweiz ein RLZ zu realisieren. Aufgrund der zentralen und verkehrstechnisch günstigen Lage innerhalb des Einzugsgebiets der heutigen Trainingszentren Weinfelden, Frauenfeld, Egg, Wil, Oberbüren und Widnau hat sich die IG für den Standort Wil entschieden. Gemäss dem Grundgedanken "dezentral rekrutieren – zentral fördern" sind die Partnerzentren weiterhin für die Kinder- und Jugendförderung zuständig, während im RLZ für die Talent- und Nachwuchsförderung der Kunst- und GeräteturnerInnen optimale Trainingsbedingungen bereitgestellt werden. Grundvoraussetzung dafür ist eine permanent und vollständig eingerichtete Kunstturnerhalle mit eingebauter Schnitzelgrube sowie eine spitzensportgerechte Betreuung.

Kaufgrundstück Langacker
Aufgrund einer umfangreichen Evaluation verschiedener Standorte hat sich der Stadtrat für das Grundstück Nr. 1058 im Langacker entschieden, das auch die Anforderungen des STV optimal erfüllt. Es ist zentrumsnah, verkehrstechnisch sehr gut erreichbar und liegt in nächster Nähe zur Schul- und Sportanlage Lindenhof. Die Ortsgemeinde Wil als Eigentümerin ist bereit, das Grundstück der Stadt Wil zweckgebunden für die Realisierung des RLZ Ostschweiz zu verkaufen. Stadt und Ortsgemeinde Wil haben sich auf der Grundlage von zwei Expertenschätzungen auf einen Kaufpreis von Fr. 228.--/m2 oder knapp 1,7 Mio. Franken geeinigt. Die Ortsgemeinde entscheidet an der Bürgerversammlung vom 14. April 2008 über den Verkauf. Stimmt die Stadt Wil dem Baurechtsvertrag für das RLZ Ostschweiz nicht bis Ende 2008 zu oder wird bis Ende 2009 nicht mit dem Bau begonnen, so fällt der Kaufvertrag dahin.

Baurecht für Stiftung
Als Trägerin des RLZ Ostschweiz tritt die noch zu gründende Stiftung Regionales Leistungszentrum Ostschweiz (RLZO) auf. Der Betrieb soll demgegenüber durch den Verein RLZ Ostschweiz sichergestellt werden. Der Stadtrat beantragt dem Parlament, der Stiftung auf dem westlichen Grundstückteil eine Fläche von zirka 2'370 m2 für den Bau und den Betrieb einer Trainings- und Wettkampfhalle im Baurecht für 50 Jahre zur Verfügung zu stellen. Für schulische und städtische Zwecke kann die Stadt Wil die Halle unentgeltlich mitbenutzen, soweit es der Trainings- und Wettkampfplan zulässt. Die verbleibende Fläche dient der Arrondierung des Schul- und Sportareals Lindenhof und stellt eine wertvolle städtische Landreserve dar.

Standortbeitrag
Entsprechend den städtischen Leitsätzen zum Sport fördert die Stadt Wil den Schul-, Jugend- und Breitensport und schafft für den Leistungssport günstige Rahmenbedingungen. Sie kann überdies an private Träger für die Erstellung oder den Ausbau von Sportanlagen für den Leistungs- und Spitzensport einmalige Baubeiträge ausrichten. Angesichts des öffentlichen Interesses wird der Baurechtszins von jährlich Fr. 27'018.-- zu drei Vierteln erlassen, solange die Halle als RLZ Ostschweiz genutzt wird. Die Stiftung RLZO hat damit noch jährlich Fr. 6'754.50 zu bezahlen. Hochgerechnet auf die gesamte Baurechtsdauer von 50 Jahren ergibt sich damit ein finanzielles Engagement der Stadt Wil von über 1 Mio. Franken.

Nutzen für die Stadt
Der Stadtrat erachtet diesen Standortbeitrag als gerechtfertigt, zumal die Stadt Wil auch vielfältig profitieren kann. Ein RLZ Ostschweiz mit Standort Wil setzt wertvolle Impulse im Jugend- und Breitensport. Wil kann seine Kunstturner-Position behaupten und ausbauen. Die Eigeninitiative der Turnverbände und das finanzielle Engagement Dritter verdienen eine subsidiäre Unterstützung. Als anerkannte "Schule für Hochbegabte im Bereich Sport" ist die Oberstufe Lindenhof in der Lage, den Unterricht der TurnerInnen zu übernehmen; die Synergien im schulischen und sportlichen Bereich können aufgrund der im Lindenhof zur Verfügung stehenden Infrastruktur optimal genutzt werden. Letztlich bringt ein RLZ Ostschweiz der Stadt und Region Wil auch unter dem Aspekt des Standortmarketings einen Nutzen.

Finanzierung
Die Baukosten für das RLZ Ostschweiz belaufen sich auf rund 2,75 Mio. Franken und sind durch die Stiftung RLZO sicherzustellen. An deren Finanzierung beteiligen sich nebst den Kantonen St. Gallen und Thurgau auch die Sportverbände, Institutionen und private Sponsoren. Der Vorstand der IRPG hat unter Vorbehalt der Genehmigung der Delegiertenversammlung einen Beitrag von 150'000 Franken bewilligt, womit auch die finanzielle Einbindung der Regionsgemeinden erreicht werden konnte.

© 2007 by online