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11. März 2009
10. März 2009
Rechnung 2008: Ertragsüberschuss von 4,75 Mio. Franken
Die Rechnung 2008 der Stadt Wil schliesst bei Ausgaben von 94‘199‘781 Franken und Einnahmen von 98‘944‘528 Franken mit einem Ertragsüberschuss von gut 4,75 Mio. Franken ab. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 547'000 Franken. Damit ergibt sich eine Besserstellung von rund 4,2 Mio. Franken. Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament, den Rechnungsüberschuss für zusätzliche Abschreibungen in der Höhe von 1,74 Mio. Franken sowie für eine Vorfinanzierung von 3 Mio. Franken für das Pflegezentrum Fürstenau zu verwenden. Als Folge überdurchschnittlich hoher Investitionen stieg die städtische Verschuldung um gut 7,86 Mio. Franken auf neu rund 33,64 Mio. Franken.
Sowohl die Stadt Wil (Ertragsüberschuss 4,75 Mio. Franken) als auch die Technischen Betriebe Wil TBW (Ertragsüberschuss 6,99 Mio. Franken) knüpfen mit ihren erfreulichen Rechnungsergebnissen 2008 an die finanziellen Erfolge der vergangenen Jahren an (Ertragsüberschuss Stadt Wil 2006: 5,4 Mio. Franken; 2007: 9,4 Mio. Franken / Ertragsüberschuss TBW 2006: 7,4 Mio. Franken; 2007: 7,3 Mio. Franken).
Mehrerträge und Minderaufwände
Die Abweichungen gegenüber dem Voranschlag von rund 4,2 Mio. Franken sind im Wesentlichen auf Mehrerträge bei den Steuern (2,07 Mio. Franken) sowie auf Minderaufwände bei den Abschreibungen (720'000 Franken), bei den Zinsen (130'000 Franken) und bei diversen Positionen des allgemeinen Haushalts (total 1,28 Mio. Franken) zurückzuführen (detaillierte Angaben siehe Auflistung auf dem Zusatzblatt «Vergleich Budget 2008 – Rechnung 2008»). Als erfreulich wertet der Stadtrat im Besonderen die Ausgabendisziplin, wurde doch 2008 der budgetierte Sachaufwand um mehr als 500'000 Franken unterschritten.
Zusätzliche Abschreibungen
Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament, den Ertragsüberschuss von rund 4,75 Mio. Franken einerseits für die Bildung einer Vorfinanzierung von 3 Mio. Franken zu Gunsten des laufenden Projektes «Umbau und Sanierung des Pflegezentrums Fürstenau» und andererseits für zusätzliche Abschreibungen in der Höhe von rund 1,74 Mio. Franken (Grundstück Langacker 1'706'247 Franken; Tiefbauten Denkmalpflege 8'916 Franken; kantonales IT-Konzept Volksschulen 28'000 Franken) zu verwenden. Der Restbetrag von rund 1'500 Franken soll dem Eigenkapital zugewiesen werden.
Überdurchschnittlich hohe Investitionen
Die Investitionsrechnung 2008 weist bei Ausgaben von 21'521'413 Franken und Einnahmen von 217'275 Franken Nettoinvestitionen von 21'304'138 Franken aus. Der Voranschlag 2008 rechnete mit Nettoinvestitionen von 23,75 Mio. Franken. Daraus ergibt sich ein Realisierungsgrad von rund 90 Prozent. Im Vorjahr lag der Realisierungsgrad bei gut 49 Prozent, was auf die zeitliche Verschiebung diverser Bauvorhaben zurückzuführen war.
Im Gegensatz zu 2007 konnten die Investitionen von 21,3 Mio. Franken nicht vollständig aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Budgetiert worden war ein Bruttoüberschuss von 9,67 Mio. Franken, die Rechnung 2008 weist nun einen solchen von 13,44 Mio. Franken aus. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt damit 63,1 Prozent (Vorjahr 190,3 Prozent).
Verschuldung nimmt nach acht Jahren erstmals wieder zu
In den Jahren 2000 bis 2008 konnte die Verschuldung der Stadt Wil nach und nach von 66,2 auf 25,8 Mio. Franken massiv abgebaut werden. Aufgrund der hohen Investitionsausgaben im Jahr 2008, im Wesentlichen beeinflusst durch die Bautätigkeit am Schulhaus Matt, nimmt die Verschuldung der Stadt Wil erstmals seit dem Jahr 2000 wieder zu. Konkret erhöhte sich die Verschuldung um 7,86 Mio. Franken auf neu 33,64 Mio. Franken – was notabene immer noch lediglich knapp die Hälfte des Wertes aus dem Jahr 2000 ist. Die Verschuldung pro Kopf der Bevölkerung betrug Ende 2008 rund 1'908 Franken (Vorjahr 1'492 Franken).

Trotz Zunahme liegt die Verschuldung weiterhin innerhalb der vom Stadtrat definierten Bandbreite zwischen 25 und 45 Mio. Franken. Die Stadt verfügt damit auch weiterhin über den notwendigen finanziellen Handlungsspielraum für die kommenden Jahre, was angesichts des hohen Investitionsbedarfs der nächsten Jahre eine nach Auffassung des Stadtrats überaus erfreuliche Entwicklung darstellt.

Weiterhin gute Finanzlage
Die Finanzlage hat sich seit 2000 deutlich verbessert, konnten doch in dieser Zeitspanne drei Steuerfuss-Reduktionen von insgesamt 9 Prozent (2003 Reduktion um 2 Prozent, 2006 Reduktion um 2 Prozent, 2008 Reduktion um 5 Prozent) vorgenommen werden. Das Eigenkapital der Stadt Wil blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert und beträgt 10,24 Mio. Franken.
Überschuss auch bei den TBW
Wie schon das Vorjahr darf auch das Geschäftsjahr 2008 der Technischen Betrieben Wil TBW als erfolgreich gewertet werden. Der Gesamterfolg der TBW von 6,99 Mio. Franken setzt sich aus den jeweiligen Betriebsergebnissen der Elektrizitätsversorgung (1,38 Mio.; im Vorjahr 1,89 Mio.), des Kommunikationsnetzes (3,08 Mio.; im Vorjahr 2,89 Mio.), der Gasversorgung (1,74 Mio.; im Vorjahr 1,86 Mio.) und der Wasserversorgung (0,80 Mio.; im Vorjahr 0,672 Mio.) zusammen.
Die diesjährigen Abgaben der TBW an die Stadt Wil betragen total 2,53 Mio. Franken (im Vorjahr 4,694 Mio. Franken inklusive einer ausserordentlichen Gewinnausschüttung von 2 Mio. Franken). Dieser Betrag ergibt sich aus dem vom Parlament genehmigten Berechnungsmodell, wonach vom Substanzwert 5 Prozent und vom Reingewinn 15 Prozent abzuliefern sind. Trotz dieser Abgaben an die Stadt sind die TBW wiederum in der Lage, nebst den ordentlichen Abschreibungen von 2,82 Mio. Franken noch zusätzliche Abschreibungen von 3,57 Mio. Franken zu tätigen und eine Einlage von 900'000 Franken ins Eigenkapital vorzunehmen. Das Nettovermögen der TBW beläuft sich per Ende 2008 auf 2,80 Mio. Franken (Vorjahr 3,68 Mio. Franken).
Vom Stadtrat genehmigt, vom Parlament noch zu beraten
Der Stadtrat hat die Jahresrechnung 2008 genehmigt, das Wiler Stadtparlament berät das Rechnungsergebnis an seiner Sitzung vom 30. April 2009.