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29. Juli 2009
29. Juli 2009
Sommerserie «Gemeindevereinigung»
Eine Serie von Texten während der Sommerferien - veröffentlicht vom Gemeinderat Bronschhofen und vom Stadtrat Wil - beleuchtet verschiedene Themenfelder der Vereinigung mit Blick auf die Grundsatzabstimmung im September. Bislang erschienen:
- «Herausforderungen gemeinsam angehen» (Teil 1, 1. Juli 2009)
- «Gemeinsam für mehr Wohn- und Lebensqualität» (Teil 2, 8. Juli 2009)
- «Gemeinsam für die Stärkung des Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandortes» (Teil 3, 15. Juli 2009)
- «Gemeinsam für ein attraktives Bildungs- und Freizeitangebot» (Teil 4, 22. Juli 2009).
Teil 5: Gemeinsam für eine bürgernahe und effiziente Behörden- und Verwaltungstätigkeit
Die vereinigte Stadt soll als Gemeinde mit einem fünfköpfigen Stadt- und einem neunköpfigen Schulrat sowie einem Parlament organisiert sein. Mit einer angemessenen Vertretung der Bronschhofer Bevölkerung im Parlament von Beginn weg wird das Mitbestimmungsrecht von Bronschhofen gewährleistet. Dies fördert das Zusammenwachsen der Gemeinden zu einer neuen Einheit.
Die Stadt Wil ist heute als Gemeinde mit einem 40-köpfigen Parlament organisiert, die Gemeinde Bronschhofen als Gemeinde mit Bürgerversammlung. Für die vereinigte Stadt ist ebenfalls ein Parlament vorgesehen. Damit verliert Bronschhofen zwar das direktdemokratische Mitwirkungsrecht an der Bürgerversammlung. Im Gegenzug erhält es eine gewichtige Stimme im Parlament, um sich einzubringen und die Entwicklung des gemeinsamen Regionalzentrums Wil mitzugestalten.
Sitzgarantie für zwei Amtsdauern
Das setzt eine angemessene Vertretung der Bronschhofer Bevölkerung im Parlament der neuen Stadt voraus. Um dies namentlich in der Anfangsphase nach der Vereinigung sicherstellen zu können, ist für die ersten zwei Amtsdauern, sprich für acht Jahre, eine Sitzgarantie für Bronschhofen vorgesehen. Als Basis werden die Einwohnerzahlen herangezogen. Bei einem weiterhin 40-köpfigen Parlament ergibt sich daraus ein rechnerischer Anteil von acht Parlamentssitzen für Bronschhoferinnen und Bronschhofer sowie 32 Sitzen für Wilerinnen und Wiler.
Fünf Stadtrats- und neun Schulratsmitglieder
Der Gemeinderat Bronschhofen und der Stadtrat Wil bestehen heute aus je fünf Mitgliedern, während in Wil neun und in Bronschhofen sieben Mitglieder den Schulrat bilden. Eine Vereinigung zweier Gemeinden führt zu einer Reduktion der Behördenmitglieder und Kommissionen. Die in Wil seit 2005 bestehende Behördenstruktur mit fünf von der Bevölkerung gewählten Stadtratsmitgliedern als Vorstehende jeweils eines Departements erfüllt auch die Anforderungen einer vereinigten Stadt. Die strategische Führung der Schule wird einem Schulrat mit neun Mitgliedern übertragen, welche ebenfalls vom Volk gewählt werden. Für die neue Stadt sollen somit insgesamt 14 Stadt- und Schulratsmitglieder tätig sein, was einer Reduktion von zwölf Behördenmitgliedern entspricht.
Anders als beim Parlament ist eine Sitzgarantie für Bronschhofen im Stadt- und Schulrat aufgrund der Verfassung des Kantons St. Gallen nicht möglich. Für die Präsidentin oder den Präsidenten des Stadt- wie auch des Schulrates ist das Direktwahlverfahren geplant.
Weiterhin bürgernah und effizient
Die Einwohnerinnen und Einwohner erwarten von ihrer Verwaltung fachliche Qualität, Effizienz, Bürgernähe und gute Erreichbarkeit. Diese berechtigten Ansprüche sollen auch in der vereinigten Gemeinde erfüllt werden. Eine grössere Verwaltung kann sich dabei stärker spezialisieren und die an sie gestellten zunehmenden Anforderungen besser und mit der notwendigen Qualität erfüllen – zum Nutzen der Kunden. Der Verwaltungsschwerpunkt wird in der Stadt Wil sein. Das neu erstellte Gemeindehaus in Bronschhofen soll aber aufgrund der Lage, Grösse und Nutzungsmöglichkeit seine bisherige Funktion als Verwaltungsstandort beibehalten, bietet es doch Platz für ein noch zu bestimmendes der fünf Departemente.
Chancengleichheit für alle Mitarbeitenden
Die Stadt Wil beschäftigt 360 Mitarbeitende und 280 Lehrpersonen, in der Gemeinde Bronschhofen sind es deren 60 respektive 62. Die neue Stadt ist darauf angewiesen, dass bis zur Vereinigung und darüber hinaus in beiden Gemeinden qualifiziertes Personal zur Verfügung steht, welches sein Wissen und seine Erfahrung einbringt.
Die Zusammenführung zweier Verwaltungen ist ein anspruchsvoller Prozess, geht es doch um die Vereinigung von zwei Kulturen und die Anpassung der Aufbau- und Ablauforganisation. Zudem wird die Mitarbeiterstruktur der neuen Führungsorganisation anzupassen sein. Die Anpassung des Stellenplans wird sowohl von Wiler als auch von Bronschhofer Mitarbeitenden eine gewisse Flexibilität hinsichtlich beruflicher Position und Arbeitsort fordern. Die neue Verwaltung kann aufgrund ihrer Struktur und Grösse interessante Laufbahn- und Arbeitsplatzperspektiven anbieten, in Führungsfunktionen genauso wie an der Basis. Für die bisherigen Mitarbeitenden soll bezüglich der Stellenbesetzungen in der vereinigten Gemeinde Chancengleichheit gewährleistet sein. |