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11. August 2010
11. August 2010
Sommerserie «Sportpark Bergholz» – Teil 5
Eröffnung des Sportparks Bergholz voraussichtlich Ende 2014
Sagt das Wiler Stimmvolk am 28. November 2010 «Ja» zum Gesamtprojekt Sportpark Bergholz, könnten die Bauarbeiten nach einer zehnmonatigen Planungsphase, dem Baubewilligungsverfahren und den Vergaben im November 2012 starten. Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren könnte der Sportpark Ende 2014 eröffnet werden.
Ab Februar 2010 hatten sich zwei getrennte Parlamentskommissionen mit der vom Stadtrat unterbreiteten Bau- respektive Betriebsvorlage für den Sportpark Bergholz befasst. Im Mai und Juli 2010 erfolgten dann die Beratungen im Stadtparlament. Dabei hiessen die Parlamentsmitglieder beide Vorlagen gut, so dass nun die Volksabstimmung zum Bauvorhaben und zum dafür nötigen Baukredit stattfinden kann. Der Stadtrat hat den Abstimmungstermin auf den 28. November 2010 festgelegt. Die Betriebsvorlage kommt nicht an die Urne, sie liegt in der Kompetenz des Stadtparlaments.
Projektierungsarbeiten nach positivem Ausgang der Abstimmung
Nach einem «Ja» an der Urne werden die rund zehnmonatigen, detaillierten Projektierungsarbeiten aufgenommen. Nächster Schritt ist sodann die Baueingabe, geplant für Oktober 2011. Nach der Bereinigung allfälliger Einsprachen und der Erteilung der Baubewilligung voraussichtlich im Mai 2012 kann von Juni bis November 2012 die Erarbeitung des Ausführungsprojektes erfolgen. Anschliessend nimmt die Totalunternehmerin Implenia AG die Submissionen und Arbeitsvergaben vor.
Baubeginn voraussichtlich im November 2012
Der Baubeginn in Abstimmung mit dem Sportbetrieb ist für November 2012 geplant, gerechnet wird mit einer Bauzeit von 1 ¾ bis 2 Jahren, also bis voraussichtlich Ende 2014. Dann erhält die Stadt Wil im Bergholz einen zeitgemässen Sportpark, der Freizeitsportlerinnen und -sportlern sowie Vereinen die Möglichkeit für vielfältige Aktivitäten in einem attraktiven Umfeld bietet. Da die Bauzeit der Anlageteile unterschiedlich ist, erfolgt die Übergabe der einzelnen Elemente gestaffelt. Das Freibad Bergholz bleibt im Sommer 2013 geschlossen, 2014 erfolgt die Saisoneröffnung verzögert, das heisst erst im Juni. Im Fussballstadion können 2013 keine Spiele ausgetragen werden, ab März 2014 kann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. 2013 ist auch in der Eishalle kein Trainings- und Spielbetrieb möglich. Der Eisbetrieb kann im September 2014 wieder starten.
Handlungsbedarf ausgewiesen
Lehnt das Wiler Stimmvolk das Gesamtprojekt Sportpark Bergholz am 28. November 2010 an der Urne ab, wird das Projekt vollumfänglich gestoppt. Damit müssten die bisher aufgelaufenen Kosten für den Projektwettbewerb, externe Beratungshonorare und intern entstandene Aufwendungen abgeschrieben werden. Auch im Falle eines «Neins» zum Gesamtprojekt müssten aber zwingend bauliche Massnahmen im Bergholz getroffen werden: Der Zustand der heutigen Anlagen ist schlecht, der Betrieb darin technisch und wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Allerdings liegt für diesen Fall noch kein Sanierungskonzept vor, ein solches müsste zuerst in einem aufwendigen Prozess erstellt werden. Zudem ist auch eine Sanierung der bestehenden Anlagen mit hohen Kosten verbunden, ganz grobe Schätzungen gehen von gegen 40 Millionen Franken aus. Für diese immer noch stolze Summe erhält Wil dann aber kein neues, sondern nur ein erneuertes Bergholz mit Fussballstadion, Eishalle und Freibad, aber ohne die Erweiterung um attraktive Elemente wie Hallenbad und Wellnessbereich. Auch die Mitbeteiligung der Regionsgemeinden an den Betriebskosten wäre für diesen Fall fraglich, zudem müssten wohl die Kantons- und die Vereinsbeiträge an die Baukosten neu ermittelt werden.
Rund 2,2 Millionen Franken Finanzierungskosten pro Jahr
Das Wiler Stimmvolk entscheidet am 28. November 2010 über den Baukredit für den neuen Sportpark Bergholz. Für das Gesamtprojekt wird mit Bruttoinvestitionen von rund 57,5 Millionen Franken gerechnet. Abzüglich der Investitionsbeiträge der Kantone St. Gallen und Thurgau (2,2 Mio.) und der nutzenden Wiler Sportvereine (1,8 Mio.) geht der Stadtrat aktuell von Nettoinvestitionen von 53,5 Millionen aus, welche anschliessend amortisiert und verzinst werden müssen. Dabei wird als Berechnungsgrundlage für die jährlich wiederkehrenden Folgekosten von einem Zinssatz von 2,6 Prozent und einer Abschreibungsdauer von 35 Jahren (Bauten) respektive 20 Jahren (Technik und Installationen) ausgegangen. Aus diesen Annahmen resultieren durchschnittliche Finanzierungskosten für Amortisation und Verzinsung von rund 2,2 Millionen Franken pro Jahr. Basierend auf den heutigen Zahlen der Stadt Wil für Steuerkraft und Steuerfuss entspricht dieser Betrag rund 6 Steuerprozenten. |
Bislang erschienene Teile der Sommerserie: «Neuer Sportpark nach 47 Jahren» (14. Juli 2010); «Vielfalt für einen attraktiven Sportpark Bergholz» (21. Juli 2010); «Investitionskosten für die Realisierung des Gesamtprojekts Sportpark Bergholz» (28. Juli 2010) und «Aktiengesellschaft als Betreiberin» (4. August 2010).