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8. Dezember 2010

8. Dezember 2010

Erste Schritte für ein Forum Palliative Care Wil

In der Pflege von unheilbar Kranken sowie in der Betreuung und Begleitung von Personen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebensweges, der sogenannten «Palliative Care», sind in der Region Wil verschiedene Organisationen und Institutionen tätig. Um das Ineinandergreifen dieser einzelnen Angebote zu optimieren, Kräfte im Bereich Palliative Care zu bündeln und damit das Gesamtangebot in der Region weiter zu verbessern, sind Koordination und Vernetzung wichtig. Vor diesem Hintergrund hat die Arbeitsgruppe für Altersfragen der Stadt Wil zu einem Anlass «Forum Palliative Pflege Wil» eingeladen.

Barbara Gysi, Vorsteherin des Departements Soziales, Jugend und Alter, umschrieb die zu Grunde liegende Idee wie folgt: «Unsere Vision und unser Ziel ist es, dass die Region Wil künftig über ein breit abgestütztes, fachlich sehr gutes Angebot an Palliative Care verfügt. Alle Angebote sollen den Ansprechgruppen bekannt und die Informationen dazu allgemein gut zugänglich sein. Dafür müssen sämtliche Fachleute gut vernetzt sein – nicht nur in der Region Wil, sondern auch darüber hinaus, denn wir wollen keine Insel sein, sondern die Schnittstellen zu den Angeboten und Strukturen im Kantons St. Gallen pflegen.»

Gedankenaustausch und erste Schritte
Rund 45 Fachpersonen aus der Stadt und Region Wil, die mit der Thematik vertraut sind, die im Berufsfeld Palliative Care arbeiten oder politisch für die Thematik verantwortlich sind, waren dieser Tage zu einem Gedankenaustausch in Wil eingeladen. Ziel dieses Treffens war es, einen Überblick über die aktuelle Situation in der Region Wil zu ermöglichen, Ideen für ein zukünftiges Netzwerk zu sammeln und erste Schritte zu dessen Entwicklung einzuleiten.

Viele spannende Fragen
In sieben einleitenden Kurzreferaten von Fachpersonen wurde der Frage nachgegangen, was Palliative Care ist und will. Zudem wurde aufgezeigt, was einzelne Akteurinnen und Akteure wie beispielsweise palliative ostschweiz, der Brückendienst der Krebsliga, stationäre Angebote in Spitälern und Pflegeheimen oder ambulante Angebote von Spitex und Hausärzten sowie die ehrenamtliche Sterbebegleitung bereits heute leisten. Anschliessend diskutierten die Teilnehmenden an acht frei anlaufbaren Tischen in Kleingruppen verschiedene Fragestellungen: Was müssen wir tun, damit alle Einwohnerinnen und Einwohner bei Bedarf unkomplizierten Zugang zu den Angeboten eines Palliative Netzwerks haben? Wie informieren wir die Öffentlichkeit über die Angebote? Welche Angebote der Palliative Care sollen überhaupt in ein solches Netzwerk eingebunden sein – und welche Akteurinnen und Akteure? Welche Unterstützung und Ressourcen brauchen wir für den Aufbau und Betrieb des Netzwerks? Wo sind die Grenzen und allfällige Stolpersteine dabei? Welche Strukturen braucht das Netzwerk? Gibt es eine zentrale Kerngruppe – und welche Aufgaben und Kompetenzen soll sie haben? Wie entwickeln wir als Dienstleistende der Palliative Care unser Know-how? Was braucht es, damit wir (noch) besser werden?

Erste Fäden des Netzwerks geknüpft
In angeregten Diskussionen wurden zahlreiche wertvolle Stichworte zusammengetragen und auf grossen Plakaten festgehalten. «Die Arbeitsgruppe für Altersfragen der Stadt Wil wird diese Anregungen nun sichten und ordnen», so Barbara Gysi. Mit dem Anlass sei der wichtige erste Schritt gemacht. «Unsere Arbeit muss nun aber weitergehen!» Nach der inhaltlichen Auswertung der Ergebnisse sollen voraussichtlich Mitte Januar 2011 die ersten Erkenntnisse und daraus abgeleitete Konsequenzen für das weitere Vorgehen vorliegen. «Ein Teil des Weges hin zu unserem Ziel eines Forums Palliative Care  Wil haben wir mit diesem Auftakt-Anlass schon bewältigt: Heute sind zahlreiche Kontakte zu Stande gekommen, neue Fäden wurden geknüpft und bestehende verstärkt. Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Mitarbeit!», verabschiedete Barbara Gysi schliesslich die Teilnehmenden.

Stichwort «Palliative Care»
Palliativpflege oder Palliative Care beschreibt das pflegerische Fachwissen sowie die Massnahmen und Aufgaben, die im Rahmen eines ganzheitlichen Konzeptes zur Verbesserung der Lebensqualität von Pflegebedürftigen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen Erkrankungen und deren Angehörigen dienen. Schwerpunkte sind insbesondere die Vorbeugung und Linderung von Leiden durch die Behandlung von Schmerzen sowie von verschiedensten anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.

  

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