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23. März 2011
23. März 2011
Vernehmlassung des Stadtrats Wil zum Agglomerationsprogramm Wil (2. Generation)
Mit dem Agglomerationsprogramm Wil (2. Generation) des Vereins Regio Wil, ehemals Interkantonalen Regionalplanungsgruppe IRPG Wil, soll die Siedlungsentwicklung der Region Wil koordiniert und besser auf die Verkehrsinfrastruktur abgestimmt werden. Die Mitgliedsgemeinden der Regio Wil, unter ihnen die Stadt Wil, wurden zur Vernehmlassung eingeladen.
Neben der Region Wil kann auch die Stadt Wil vom Agglomerationsprogramm profitieren: Dessen Ziele und Massnahmen korrespondieren mit dem Wiler Stadtentwicklungskonzept und unterstützen die darin enthaltenen Massnahmen, hält der Stadtrat fest. Die Planung enthalte eine umfassende, auf die wesentlichen Punkte konzentrierte Strategie. Die konzeptionellen und strategischen Zielsetzungen unterstütze man aus städtischer sowie regionaler Sicht, so der Stadtrat: Man sei mit der grundsätzlichen Stossrichtung und dem Massnahmenkatalog des vorliegenden Agglomerationsprogramms Wil einverstanden, wobei man insbesondere zu vier Schwerpunkten Präzisierungen und Änderungsanträge einbringen wolle.
Wil West: Autobahnanschluss vor dem Entwicklungsschwerpunkt
Im Bereich Wil-West ist ein wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt (ESP) vorgesehen. Dies bringt eine Konzentration der Arbeitsgebiete an diesem Standort. Als Folge davon kann das im kommunalen Richtplan vorgesehene Arbeitsplatzgebiet Freudenau der Stadt Wil mittelfristig nicht eingezont werden. Der Stadtrat ist bereit, unter Berücksichtigung von Stadtentwicklungskonzept und kommunalem Richtplan zu Gunsten des ESP Wil-West vorerst auf eine Weiterentwicklung im Gebiet Freudenau zu verzichten und stellt sich damit grundsätzlich hinter diesen ESP. Dieser darf allerdings – insbesondere mit Blick auf die Verkehrssituation im Stadtzentrum – nicht vor dem Autobahnanschluss Wil-West realisiert werden. Zudem dürfen im ESP keine Einkaufzentren oder andere Nutzungen angesiedelt werden, welche das Stadtzentrum von Wil sowie weitere Ortszentren weiter schwächen. Das Areal ist vorwiegend für Betriebe mit hoher Wertschöpfung und grosser Arbeitsplatzdichte zu reservieren.
Klinikareal: Erweiterung des Siedlungsgebiets höchstens entlang der Bronschhoferstrasse
Ergänzend zum wirtschaftlichen ESP Wil-West ist im Agglomerationsprogramm auch Wohnen im Areal der Psychiatrischen Klinik Wil vorgesehen: Teile des Areals sollen für städtisches Wohnen genutzt werden.
Der kommunale Richtplan der Stadt Wil sieht bereits eine Arealentwicklung des Klinikareals vor. Deren Ziel ist, das südliche Siedlungserweiterungsgebiet hinter dem Hotel Freihof als «zukunftsweisendes Wohngebiet» zu entwickeln, zumal die Lage für eine Wohnnutzung mit der idealen Anbindung an den Öffentlichen Verkehr optimal ist. Der Stadtrat begrüsst denn auch eine Wohnentwicklung im Klinikareal – allerdings muss diese massvoll sein, damit die im nördlichen Teil gelegene Grünfläche Eggfeld erhalten bleibt: Diese ist für die Stadtbevölkerung wie für die Klinik und die Heimstätten ein wichtiges Naherholungsgebiet. Der Stadtrat hält an den Inhalten des kommunalen Richtplans bezüglich Arealentwicklung Psychiatrische Klinik fest und kann sich höchstens eine Erweiterung des Siedlungsgebiets entlang der Bronschhoferstrasse vorstellen. Zudem ist in der kommunalen Richtplanung festgelegt, dass das Arbeitsplatzgebiet im Lenzenbüel in eine Wohn- und Mischzone umzuzonen und für mindestens 400 Einwohnende zu entwickeln ist.
Anpassungen der Knotenverbesserungen im Bereich Toggenburgerstrasse
Auf dem Stadtgebiet sind im Agglomerationsprogramm unter dem Begriff «Verkehrsmanagement Wil» diverse Busbevorzugungsmassnahmen sowie Knotenoptimierungen vorgesehen. Diese entsprechen zu einem grossen Teil der kommunalen Richtplanung respektive den weitergehenden Planungen der Verkehrsplanung der Stadt Wil und werden daher vom Stadtrat begrüsst.
Mit den vorgesehenen Massnahmen auf der Toggenburgerstrasse ist der Stadtrat hingegen nicht einverstanden, da diese bezüglich der Knoten nicht den Vorstellungen der Stadt Wil entsprechen, wohingegen das Betriebs- und Gestaltungskonzept unbestritten ist.
Zudem ist bekannt, dass der Kanton St.Gallen mit dem Bau des «LIPO»-Kreisels die Kapazitäten ausbaut, um dort den Verkehrsfluss allgemein zu verbessern und so die öV-Behinderung an dieser Stelle zu reduzieren. Der Kapazitätsengpass wird aber nicht beseitigt, sondern nur verschoben – es ist zu befürchten, dass der Verkehr sodann beim «McDonalds»-Kreisel und weiter stadteinwärts stocken wird. Daher, so der Stadtrat in seiner Vernehmlassungsantwort weiter, ist eine Busspur stadteinwärts bis zum Rösslikreisel zusätzlich in die Massnahmen des Agglomerationsprogramms aufzunehmen.
Nutzen einer allfälligen Netzergänzung Grünaustrasse deutlicher aufzeigen
Im kommunalen Richtplan der Stadt Wil ist die Netzergänzung Grünaustrasse als geplante Ortsverbindungsstrasse zwischen Fürstenlandstrasse und Gammakreisel enthalten. Auch aus regionaler Sicht ist diese Netzergänzung begrüssenswert, damit das Zentrum vom Durchgangsverkehr befreit werden kann und die weiteren Entlastungsmassnahmen ihre Wirkung entfalten können. Der Stadtrat unterstützt daher diese Massnahme aus regionaler Sicht, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass ein ähnliches Vorhaben in Wil 2003 durch einen Volksentscheid abgelehnt wurde. Daher ist der Nutzen einer Grünaustrasse im ganzen Verkehrssystem sowie als Element der Zentrumsentlastung Wil im Agglomerationsprogramm deutlicher aufzuzeigen.