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Neue Biogasanlage für die Region Wil
Die Stadt Wil beteiligt sich in namhaftem Umfang am Bau einer neuen Biogasanlage, die aus Schlachtabfällen Biogas erzeugen wird. Dieses Biogas, welches in der Region nahezu CO2 -neutral produziert wird, speist die bestehende Biogastankstelle und kann als nachhaltige Energie auch für andere Anwendungen eingesetzt werden.
Seit 1998 ist Wil eine von mittlerweile 149 aktiven Energiestädten in der Schweiz. Dieses Label ist der Leistungsausweis für eine nachhaltige Energiepolitik, verpflichtet aber zu ökologischer Verantwortung. Im Einklang mit seinen Legislaturzielsetzungen und dem Stadtentwicklungskonzept hat der Stadtrat am 9. April 2008 beschlossen, sich am Bau einer neuen Biogasanlage zu beteiligen und damit Biogas als erneuerbare Energie zu fördern.
Bis zu 40 GWh Biogas pro Jahr
Die Firma Hunziker Food Recycling AG in Münchwilen verarbeitet Fleischabfälle und Abfälle aus der Lebensmittelindustrie. Die bestehende Anlage, in welcher diese Fleischsubstrate und Abfälle zu Tierfutter verarbeitet wurden, liess die optimale energetische Nutzung nicht in vollem Umfang zu. Nun soll die Anlage so umgebaut werden, dass durch einen Vergärprozess jährlich bis zu 40 GWh Biogas erzeugt werden können.
Das Projekt ist bezüglich Realisierbarkeit bereits weit fortgeschritten und basiert auf bestehenden Infrastrukturen sowie vorhandenen Bewilligungen. Die Marktbeurteilung sieht auf Grund technischer und hygienischer Aspekte sehr verheissungsvoll aus. Aufgrund der Vermeidung von Wärmeverlusten verfügt das Biogasverfahren über eine optimale Energiebilanz und ergibt eine sehr hohe Biogasausbeute, denn Fleischsubstrate haben mindestens das doppelte Energiepotenzial wie Grünabfälle.
Erdgasbranche fördert Biogas-Produktion
Die Erdgas Ostschweiz AG als gemeinsame Vorlieferantin für Erdgas für die Ostschweizer Gasversorgungsunternehmen hat das Projekt in Zusammenarbeit mit der Firma Hunziker Food Recycling AG vorangetrieben. Der Einsatz von modernster Technologie optimiert den Effizienzgrad, die Umweltemissionen werden weitgehend eliminiert.
Erneuerbare Energien werden in der Energieversorgung eine immer wichtigere Rolle spielen. Deshalb ist die Produktion von umweltfreundlichem Biogas eines der strategischen Entwicklungsfelder der schweizerischen Erdgas-Wirtschaft.
Biogas ist nachhaltige Energie
Biogas besteht grösstenteils aus Methan (CH4) und kann nach entsprechender Aufbereitung ins normale Erdgasnetz eingespeist werden. Es kann für die gleichen vielseitigen Verwendungszwecke wie Erdgas eingesetzt werden (zum Heizen, als Prozessenergie oder als Treibstoff), allerdings mit dem grossen Vorteil der CO2-Neutralität.
Die Nachfrage nach Biogas steigt stetig. Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen nehmen ihre ökologische Verantwortung wahr und fahren mit Biogas oder suchen nach ökologischen Al-ternativen zur Deckung ihres Energiebedarfs. Im Unterschied z.B. zu Bioethanol wird Biogas aus Abfallstoffen - in diesem Fall aus Fleischabfällen - gewonnen und weist von allen alternativen Ener-gieformen die deutlich beste Umweltbilanz auf.
Beteiligung sichert Biogaskontingent
Der Stadtrat Wil erachtet es als unternehmerisch zweckmässig und im öffentlichen Interesse stehend, wenn sich die Technischen Betriebe mit einem namhaften Anteil an der künftigen Biogasanlage beteiligen. Dadurch kann sich die Gasversorgung Wil einen entsprechenden Anteil am produzierten Biogas sichern. Die Konsumenten können künftig erneuerbare Energie aus der Region be-ziehen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten.
Für die Umsetzung des Projekts wurde die Firma „BioRENDER AG“ gegründet, an welcher sich die Technischen Betriebe mit 3 Mio. Franken (am gesamten Aktienkapital von 8 Mio. Franken) beteiligen. Gemäss Businessplan soll die Investition mittelfristig einen Ertrag abwerfen.
Projektinformationen Biorender AG

| | Auslegedaten | Einheit | Bemerkungen |
| Entsorgungskapazität | 30'000 | t / a | davon 25'000 tierische Reststoffe |
| Sterilisation | 40'000 | t/ a | bestehende Anlage |
| Vergärungsreaktoren | 3 x 1'200 | m3 | rechteckige Betonbehälter 7 x 9 x 18m |
| Biogaseinspeisung | 40'800 | MWh / a | > 96% Methan |
| Energiebedarf Sterilisation | 6'000 | MWh / a | Umstellung von Heizöl auf Biogas |
| Abwasser | 39'000 | m3 | Einleitung in ARA |
| Schlammentsorgung | 3'300 | t / a | mit ca. 28% Trockensubstanz; Entsorgung in KVA oder Schlammverbrennung |
Bericht und Antrag an das Stadtparlament