Stadt Wil

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21. Juli 2010

Petition gegen Strassenlärm

Die IG Strassenlärm-Wil hat dem Stadtrat im April 2010 eine Petition «Keine Raser – mehr Lebensqualität in Wil» mit 1‘244 Unterschriften eingereicht. 51,8 Prozent dieser Unterschriften stammen aus Wil. Der Stadtrat hat die Petition beraten und beantwortet.

Im Petitionstext wird auf die Lärmbelästigung hingewiesen, die durch das ständige Drehen von Runden und die halsbrecherische Fahrweise entstünden: Die Wiler Strassen seien unsicher, die Situation hätte ein unerträgliches Mass angenommen. Die Petitionäre fordern den Stadtrat auf, Autorowdys für mehr Lebensqualität aus dem Verkehr zu ziehen und die Strassen so wieder sicherer und ruhiger zu machen.

Der Stadtrat hat die Petition an seiner Sitzung vom 30. Juni 2010 behandelt. Gerade in Abend- und Nachtstunden sind die Nichteinhaltung vorgeschriebener Tempolimiten, das sinnlose Zirkulieren und auch das Verursachen von unnötigem Lärm leider eine Tatsache. Davon betroffen sind nicht nur die Stadt Wil, sondern alle regionalen Zentren. Die Anliegen der IG Strassenlärm-Wil und der Petitionsunterzeichneten werden vom Stadtrat aufgenommen. Städtische Einflussmöglichkeiten bestehen primär im Bereich der Strassengestaltung. Andere Massnahmen liegen im Kompetenzbereich der Justizbehörden oder der Kantonspolizei, an welche der Stadtrat die Petition deshalb zuständigkeitshalber weitergeleitet hat.

Deutlich mehr Kontrollen
Der Stadtrat hat die Kantonspolizei, welche für die Kontrolle des fliessenden Verkehrs zuständig ist, schon vor längerer Zeit aufgefordert, vermehrt Geschwindigkeitskontrollen auf dem Stadtgebiet durchzuführen – mit Erfolg: Die Kontrollen in Wil wurden in den letzten Jahren deutlich verstärkt, die Kantonspolizei führte 2009 insgesamt 61 Messtage in Wil durch, 2005 waren es noch deren 21 gewesen. Eine weitere Verstärkung ist aus Sicht der Kantonspolizei kaum möglich, denn dies würde eine noch weitergehende Verringerung der Kontrollen an anderen Orten nach sich ziehen. Gemäss Kantonspolizei ist die Kontrolldichte des motorisierten Verkehrs in Wil bereits jetzt vergleichsweise sehr hoch.

Die Stadtpolizei, deren Personalaufwendungen in Höhe von rund 691‘000 Franken die Stadt trägt, kann indes nicht für solche Messungen und Kontrollen beigezogen werden: Gemäss Polizeigesetz ist sie nur für die Überwachung des ruhenden Verkehrs zuständig und sie darf keine Radarmessgeräte beschaffen oder betreiben.

Bauliche Massnahmen
Die Stadt Wil prüft laufend, inwieweit ihr Strassennetz optimiert werden kann. Der Stadtrat arbeitet derzeit mit dem Kanton St. Gallen daran, diverse Wiler Hauptachsen strassenraumtechnisch neu zu gestalten um die Verkehrssicherheit zu verbessern und die Lärmemissionen zu verringern. Weiter wird derzeit das Projekt «Tempo 30» umgesetzt, für welches das Stadtparlament im September 2008 insgesamt 910‘000 Franken genehmigte. Mit der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 in Wohnquartieren können Verkehrssicherheit und Lebensqualität erhöht werden; Verkehrsbelastung, Abgas- und Lärmimmissionen werden gesenkt. Spätestens ein Jahr nach der Einführung einer Tempo-30-Zone wird dabei die Wirkung der getroffenen Massnahmen überprüft.

Austausch unter den Beteiligten
Der Stadtrat nimmt die Geschwindigkeits- und Verkehrslärmproblematik ernst und ist im Kontakt mit der IG Strassenlärm-Wil. So fand nach den Sommerferien 2008 eine Begehung mit Betroffenen, der Kantonspolizei und dem Tiefbauamt der Stadt Wil statt, um mögliche Verbesserungsmöglichkeiten zu besprechen. Am 15. Oktober 2009 trafen sich Stadtrat Marcus Zunzer und eine Vertretung der IG zu einem Gespräch, zudem fanden am 15. Dezember 2009 sowie am 20. April 2010 Gespräche am Runden Tisch mit allen involvierten Stellen statt. Als Ergebnis dieses Austausches hat die Kantonspolizei weitere Kontrollmassnahmen abgeleitet und bereits mit Erfolg umgesetzt. (sk.)

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