Kunsthalle
Die Wiler Kunsthalle wurde 1991 gegründet. Sie versteht sich als international ausgerichtetes Forum für zeitgenössische Kunst mit dem Schwergewicht auf experimentelle, raumbezogene Arbeiten. Die Kunst der Gegenwart ist spannend und vielschichtig. Mit ihren fünf bis sechs Ausstellungen im Jahr wird die Kunsthalle ihrem Anspruch, auch in Wil ein Forum für zeitgenössische Kunst zu schaffen, vollauf gerecht. Die Veranstaltungen sollen die Auseinandersetzung mit den aktuellen Kunstformen anregen, die Begegnung mit Künstlern aus dem Ausland, aus anderen Landesteilen und besonders der Ostschweiz ermöglichen. Heute befindet sich die Kunsthalle Wil in der ehemaligen Kleinviehmarkthalle an der Grabenstrasse 33 nahe des Hofs zu Wil.
Verschiedene Standorte in der Geschichte der Kunsthalle
Vom Brief zum Bier, vom Bier zum Beten, vom Beten zum Bieten - so lässt sich der (räumliche) Werdegang der Kunsthalle Wil zusammenfassen. 1991 öffnete die Kunsthalle Wil in der Alten Post ihre Tore. Im Zuge der Überbauung "Stadtmarkt" musste die Kunsthalle 2002 weichen. Ein neues Zuhause auf Zeit fand sie im Brauhaus am Hofplatz. Mit der 2. Bauetappe Hof zu Wil lief auch dieses Provisoriums Ende 2007 aus – künftig haben Bücher im Brauhaus ihren Platz: Im Rahmen der 2. Bauetappe des Hofs zu Wil zieht nämlich die Stadtbibliothek in diese Räumlichkeiten.
Tonhallestrasse 11, Gerichtshaus, Zeughaus, SBB-Lokremise oder Kleinviehmarkthalle – diese fünf Standorte waren für die Kunsthalle im Gespräch. In die engere Wahl kamen die letzten beiden. Schliesslich fiel der Entscheid aufgrund der Lage, des Raumangebotes und der Publikumswirksamkeit zugunsten der Kleinviehmarkthalle an der Grabenstrasse. Der Stadtrat hatte dem Stadtparlament 2007 Bericht und Antrag für den Umbau der Kleinviehmarkthalle zur Nutzung als Kunsthalle unterbreitet, am 8. November 2007 genehmigte das Stadtparlament das Vorhaben. 2008 erfolgten die Umbauarbeiten des zuletzt als Materialdepot genutzten Gebäudes. Während der Bauarbeiten konnte als Zwischenlösung die Dienerschaftskapelle des Hofs zu Wil als Ausstellungsraum genutzt werden. Am Samstag, 7. Februar 2009, wurde schliesslich die Kunsthalle Wil an ihrem neuen Standort offiziell und feierlich eröffnet.
Spannende Fassadengestaltung
Im Wettbewerb, den die Stadt 2007 zur Neugestaltung der Kleinviehmarkthalle ausgeschrieben hatte, überzeugte der Vorschlag der Viola Architekten GmbH, insbesondere mit den innovativen Ideen für die Gestaltung einer inneren und äusseren Ausstellungsfläche mit den entsprechenden optischen Verbindungselementen. Und mindestens ebenso überzeugend war die originelle, teiltransparente Fassade aus Holz.
Diese Fassadenstruktur lässt Aktivitäten im Innern andeutungsweise erahnen und wirkt so selber als Gegenstand der Kunst im öffentlichen Raum. Die Gestaltung ist neu und ungewohnt – sie verhüllt, lässt nur teilweise Einblicke zu. Kunst wird einem Besucher beim Betrachten eines Kunstwerkes ja auch nicht auf dem Silbertablett präsentiert – das Werk und vor allem die Intention des Künstlers wollen erschlossen, ergründet, entschlüsselt sein. Die durchsichtige Fassade soll «gwundrig» machen. Und seien wir doch ehrlich: Den erhaschte Blick durchs Schlüsselloch gewichten wir doch vom Nervenkitzel her viel höher als den platten Blick auf eine Plakatwand. Dass der Mensch von Natur aus ein neugieriges Wesen ist, kommt der Sache entgegen.