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Gemeinsame ARA in Niederuzwil

12. Februar 2020
Der Vorschlag für Zuleitungsroute liegt auf dem Tisch. Die Planungsgemeinschaft für eine gemeinsame Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Niederuzwil hat Lösungsvarianten für den Transport der Abwässer aus Wil, Jonschwil und Zuzwil in die neue Anlage evaluiert. Sie schlägt eine Zuleitungsroute vor, die Grundwasserschutzzonen umfährt und Synergien mit bestehenden Strassen- und Brückeninfrastrukturen nutzt. Mit Blick auf die Ende 2021 vorgesehenen Volksabstimmungen wird gegenwärtig an zahlreichen weiteren technischen, rechtlichen und organisatorischen Arbeitspaketen gearbeitet. Die Planungsgemeinschaft hat zudem beschlossen, dass die neue Anlage «ARA Thurau» heissen soll. Der Name unterstreicht die grosse Bedeutung des Projekts für die Wasserqualität der Thur und die Trinkwasserfassungen in ihrem Einflussbereich.

Bei den Arbeiten am Vorprojekt der von Jonschwil, Uzwil, Wil und Zuzwil gemeinsam geplanten regionalen ARA in Niederuzwil sind erste Richtungsentscheide gefallen. Die Firma Hunziker Betatech AG hat Varianten erarbeitet, wie die Abwässer von den heutigen ARA Wil, Jonschwil und Zuzwil nach Niederuzwil geführt werden können. Dazu hat sie das Gebiet zwischen Wil und Niederuzwil in fünf Abschnitte unterteilt. Fachexperten sowie Vertreter der Gemeinden und des Kantons St. Gallen haben die Lösungsvarianten pro Abschnitt diskutiert und bewertet. Anschliessend hat die von der Planungsgemeinschaft eingesetzte Lenkungsgruppe die aus ihrer Sicht beste Zuleitungsroute ausgewählt.

Neun Kilometer Transportleitungen

Von der ARA Freudenau bei Wil sollen die Abwässer via Kantonsbrücke über die Thur zur ARA Jonschwil geführt werden. Dort werden sie auf die Höhe von Niederstetten gepumpt, um anschliessend unter Ausnutzung des Gefälles in einer sogenannten Freispiegelleitung bis nach Niederuzwil fliessen zu können. Das dafür vorgesehene Trassee verläuft entlang der Niederstetten-, Salen- und Stettenstrasse nach Henau, das via Stettenstrasse durchquert wird. Nach Henau vereinigt sich die Leitung mit der Zuleitung aus der ARA Zuzwil, deren Abwasser mit Pumpenergie entlang der beim Gillhof geplanten Fussgängerbrücke über die Thur geleitet wird. Ab Henau wird das Abwasser via Sportplatz und entlang der Autobahn bis zum Gelände der heutigen ARA Niederuzwil geleitet.

Maximaler Schutz von Grundwasser und Kulturland

Die ausgewählte Zuleitungsvariante überzeugt aus mehreren Gründen. Erstens umfährt sie sämtliche Gewässerschutzzonen mit deutlichem Abstand und trägt damit dem Schutz des Grundwassers grösstmögliche Rechnung. Zweitens orientiert sich die Leitungsführung wo immer möglich an bestehenden Strassen- und Brückeninfrastrukturen. Durch diese Bündelung der Infrastrukturen minimiert sie den Verbrauch von Kulturland und die Beeinträchtigung von Privatgrundstücken. Drittens wird bei dieser Zuleitungsroute bewusst auf kostenintensive, mit Risiken behaftete Bauverfahren verzichtet: Die Leitungen können zum grossen Teil im offenen Grabenverfahren verlegt werden. Topographische Hindernisse werden mittels Pumpenergie überwunden, statt sie in tiefliegenden, begehbaren Stollen zu unterqueren.

Grundlagenarbeiten mit Blick auf die Volksabstimmungen

Auch bei der Planung der ARA sind erste technische Entscheide gefallen. Die beauftragte Ingenieurgemeinschaft Kuster+Hager Ingenieurbüro AG / Holinger AG hat verschiedene Verfahren für die biologische Reinigungsstufe evaluiert. Gemäss ihrer Empfehlung soll ein sogenannter «Sequencing Batch Reactor» (SBR) realisiert werden. Dieses innovative und etablierte Verfahren überzeugt durch tiefe Kosten und einen niedrigen Platz- und Energieverbrauch. In weiteren Arbeitspaketen stehen die künftige Trägerschaft der gemeinsamen ARA, die Verteilung der Kosten auf die beteiligten Gemeinden sowie organisatorische und betriebliche Fragen im Zentrum. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Volksabstimmungen über den Beitritt zur Trägerschaft der gemeinsamen ARA, die voraussichtlich Ende 2021 stattfinden werden. Heissen die Stimmbürgerinnen und -bürger der Gemeinden das Vorhaben gut, könnten die Bauarbeiten – je nach Verlauf der Planungs- und Bewilligungsschritte – ca. Mitte 2023 beginnen und die gemeinsame ARA ihren Betrieb ca. 2028 aufnehmen.

Gemeinsames Generationenprojekt heisst neu «ARA Thurau»

Die Planungsgemeinschaft hat weiter beschlossen, dass das bisher unter dem Arbeitstitel «ARA Region Wil-Uzwil» vorangetriebene Projekt neu den Namen «ARA Thurau» tragen soll. Er unterstreicht die Bedeutung des Generationenprojekts für die Wasserqualität der Thur und die zahlreichen wichtigen Trinkwasserfassungen in ihrem Einflussbereich. Die ARA Thurau wird den Eintrag von Mikroverunreinigungen in die Thur und in die angrenzenden Ökosysteme und Naherholungsgebiete in der gesamten Region zwischen Wil und Uzwil substanziell reduzieren.

Breite Kommunikation zum Projekt

Mit Blick auf die Volksabstimmungen wird die Information der Öffentlichkeit über das Projekt intensiviert. Auf der Projektwebseite www.ara-thurau.ch sind ab sofort Hintergründe, News und Wissenswertes zur ARA Thurau aufgeschaltet. Am 18. und 19. Februar 2020 sind die Bürgerinnen und Bürger der Region Wil-Uzwil zwischen 19.00 und 21.00 Uhr eingeladen, sich an Bürgerforen im Gemeindehaus Uzwil vertieft zu informieren und den Fachexperten und Vertretern der Lenkungsgruppe Fragen zu stellen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der ARA Thurau.

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