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Oberstufen-Modelle

Für den Entscheid zum Oberstufen-Modell wurden die beiden Modelle B und D detailliert ausgearbeitet. Für die Bewertung der beiden Modelle wurde sowohl für die Beurteilung der Modelle an sich als auch für die Beurteilung der Schul- und Schulraumplanung je eine Nutzwertanalyse erstellt. Der Stadtrat favorisiert aufgrund der Bewertung der Modelle in den Nutzwertanalysen deutlich das Modell D.

Modell D gibt Planungssicherheit und ist zeitnah umsetzbar. Die Schülerzahlen werden in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Für die Primarstufe sind bereits Provisorien mit modularen Bauten in Vorbereitung. Mit Modell D ergeben sich sofort geklärte Verhältnisse für die Schulraumplanung, und es kann schrittweise mit einer minimalen Anzahl an Provisorien geplant werden. Mit der Konzentration auf drei öffentliche Oberstufenschulhäuser kann die Stadt Wil die Kräfte bündeln, sowohl was die pädagogischen Konzepte, als auch was die raumplanerischen und wirtschaftlichen Aspekte betrifft. Es eröffnen sich neue Synergie- und Angebotsmöglichkeiten bei den öffentlichen Oberstufen. Die Schulen der Stadt Wil wollen die Kinder fit für das Leben und für den Beruf machen. Bei der Ausarbeitung des pädagogischen Oberstufenprofils wurde darauf besonders Wert gelegt. Dabei sind auch zukunftsgerichtete pädagogische Erkenntnisse eingeflossen. Damit das erfolgreich gelingt, braucht sie Entwicklungsspielraum für die Zukunft. Neue Entwicklungen bringen neue Herausforderungen, diese fordern immer wieder neu angepasste pädagogische Konzepte. Modell D garantiert den optimalen Rahmen für diesen Entwicklungsspielraum und eine ganzheitliche Steuerung.

Bildung und Schule sind Kerngeschäfte des Staates

Die Stadt ist der öffentliche Volksschulträger und damit dem Volksschulgedanken verpflichtet. Die Hoheit über Strategie und Ausrichtung der Volksschule liegt in der Verantwortung der öffentlichen Hand. Damit die Volksschule für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet ist, sollen die zur Erfüllung der Aufgabe gehörenden Kompetenzen und Verantwortlichkeiten in einer Hand zusammenlaufen. So kann die Schulentwicklung effizient und zielgerichtet vorangetrieben werden.

Beibehaltung und Konzentration der Standorte

Mit Modell D konzentriert sich die Stadt Wil auf die drei bestehenden öffentlichen Oberstufenstandorte Lindenhof, Sonnenhof und Bronschhofen. Sie alle bleiben erhalten und werden bedarfsgerecht ausgebaut. Die auf der Grundlage der Bevölkerungsentwicklung erstellte Prognose geht von einem deutlichen Anstieg der Schülerzahlen aus, der in einem ersten Schritt auf der Kindergarten- und Primarstufe spürbar wird. Der Ausbau der Standorte kann unabhängig und damit bedarfsorientiert erfolgen, und die Schulorganisation verläuft kontinuierlich, das heisst, es braucht keinen massiven Eingriff, wie dies beim Umwandeln des Standortes Sonnenhof in eine Primarschuleinheit nötig wäre. Zudem ist die jährliche wie mehrjährige Klassenplanung unabhängig von einer Nachfrage nach geschlechtergetrennter Beschulung möglich, sondern basiert auf einem gesicherten Bedarf.

Angebotsausbau und Synergieeffekte

Dank mehrfach/parallel und koedukativ geführten Klassen kann an allen Oberstufen ein breiteres Wahlfachangebot als mit einzelnen geschlechtergetrennten Klassen ausgearbeitet werden. Zudem ermöglicht die Mehrfach-/Parallelführung von Real- und Sekundarschulklassen Synergieeffekte bei der Unterrichtsentwicklung und -gestaltung und bei Klassenzusammenlegungen. In der 3. Sekundarklasse ist eine gesamtstädtische flexible und optimierte Klassenplanung möglich.

Planungssicherheit

Nach dem Entscheid für Modell D sind die Verhältnisse geklärt. Die Umsetzung von Modell D ist planungssicher und kann ohne spezifisches Risiko unverzüglich angegangen und dann auch umgesetzt werden. Der Anstieg der Schülerzahlen kann dank schrittweisem und bedarfsgerechtem Ausbau der bestehenden Standorte bestmöglich aufgefangen werden. Ob neue Real- und Sekundarklassen nur für Knaben und/oder reine Mädchen-Realklassen eine genügende Nachfrage fänden, ist unklar. Bei der Wahl von Modell D besteht dieses Marktrisiko für die Stadt Wil nicht.

Nutzwertanalyse Schulraumplanung spricht klar für Modell D

Die Nutzwertanalyse der Schulraumplanung zeigt auf, dass Modell D die pädagogischen, funktionalen und baulichen Anforderungen besser erfüllt als Modell B. Die Primarschule Allee kann zu einer grösseren Schuleinheit ausgebaut werden. Damit lässt sich die Schulorganisation flexibler gestalten. Müsste eine Primarschule Sonnenhof realisiert werden – wie bei Modell B vorgesehen –, ergäbe sich eine sehr kleine Schuleinheit Allee. Das Modell D ergmöglicht bei allen Oberstufen optimale Betriebsgrössen. Das Betriebsmodell der Schule St. Katharina mit einer strikt geschlechtergetrennten Beschulung würde de facto automatisch zu zwei kleinen Oberstufenschulen führen. Modell D ermöglicht eine bedarfsgerechte Staffelung der Schulraumplanung, die ohne Rochaden auskommt.

Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler

Die Volksschule hat das verfassungsmässige Gebot der rechtsgleichen Behandlung zu gewährleisten. Mädchen und Knaben wie auch Kinder mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit, Muttersprache oder sozialer Herkunft sollen gemeinsam unterrichtet werden. Die Stadt Wil ist als Schulträger in jedem Fall dem Volksschulgedanken verpflichtet. Eine geschlechtergetrennte Beschulung tangiert den Volksschulgedanken und die soziale Durchmischung. Modell D legt mit der Oberstufenstruktur die Basis für Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schülern in der Stadt Wil. Alle haben eine umfassende und gleichwertige Angebotsauswahl an allen drei Oberstufenstandorten. Das Modell folgt konsequent dem Volksschulgedanken, der geschlechtergemischte Klassen und die Beschulung aller Kinder unter einem Dach fordert.

Angebotsausbau und Synergieeffekte

Dank mehrfach/parallel und koedukativ geführten Klassen kann an allen Oberstufen ein breiteres Wahlfachangebot als mit einzelnen geschlechtergetrennten Klassen ausgearbeitet werden. Zudem ermöglicht die Mehrfach-/Parallelführung von Real- und Sekundarschulklassen Synergieeffekte bei der Unterrichtsentwicklung und -gestaltung und bei Klassenzusammenlegungen. In der 3. Sekundarklasse ist eine gesamtstädtische flexible und optimierte Klassenplanung möglich.

Nutzwertanalyse Oberstufenmodelle spricht für Modell D

Auch die Bewertung des eigentlichen Oberstufenmodells ergibt in der Nutzwertanalyse ein klares Resultat für das Modell D. Die Konzentration auf drei koedukativ geführte Oberstufen mit entsprechenden Betriebsgrössen bietet pädagogische Vorteile in der Unterrichtsentwicklung, da ein breiterer Austausch unter den Lehrpersonen möglich wird und gemeinsam an Unterrichtsinhalten gearbeitet werden kann. Dank einer grösseren Gruppe an gemeinsam unterrichteten Jugendlichen (Koedukation) ergeben sich mehr Spielraum und ein umfangreicheres Angebot für individuelle Vertiefungen und Schwerpunkte z.B. betreffend die Berufswahl des einzelnen Schülers/der einzelnen Schülerin. Bei Modell D kann auf eine gesicherte Zahl an Schülerinnen und Schüler für die öffentlichen Oberstufen abgestützt werden und damit der Planungsaufwand minimal und abgesichert gestaltet werden.

Tiefere Kosten

Das Modell D fällt in der längerfristigen Kostenberechnung rund Fr. 230‘000 günstiger aus. Hinzu kommen bei Modell B allfällige Mehrkosten für Provisorien. Wenn Modell B nicht gelingt, ist zudem mit einem weiteren nicht überschaubaren Mehraufwand zu rechnen. Die Schulraumplanung würde in diesem Fall erhebliche, schwer kalkulierbare Risiken bergen. Wenn die Nachfrage für die geschlechtergetrennte Beschulung nicht genügend gross wäre, müsste auf das Modell D umgeschwenkt werden.

Neuer Vertrag mit Stiftung Schule St. Katharina offen

Der für Modell B notwendige neue Vertrag mit der Stiftung ist bis heute nicht zustande gekommen. Der Stiftungsrat hat den Vertragsentwurf nach langer gemeinsamer Ausarbeitungs- und Verhandlungsphase kurz vor dem Abschluss abgelehnt. Dies, nachdem das Modell B ursprünglich von der Stiftung selber eingebracht wurde und die von ihnen definierte Zahl von 150 bis 180 Schülerinnen und Schülern und mindestens acht Klassen erfüllt ist. Der Stiftungsrat lehnt die Regelungen ab, mit denen der Stadtrat die geschlechterdurchmischte Beschulung in den öffentlichen Schulen sicherstellen will. Die Stadt Wil hat die Pflicht, die Volksschulkonformität zu wahren. Mit einer geschlechtergetrennten Beschulungsform wird diese bereits tangiert. Der Stadtrat besteht deshalb darauf, dass der Anteil der Schule St. Katharina 25 Prozent der Gesamtzahl der Oberstufenschülerinnen und -schüler der Stadt nicht überschreiten darf und der Anteil eines Geschlechts in den Regelklassen der öffentlichen Oberstufen nicht weniger als 40 Prozent betragen darf. Zugleich ist das von der Stiftung errechnete Schulgeld pro Schülerin und Schüler im Vergleich zu den öffentlichen Schulen in Wil und im ganzen Kanton deutlich zu hoch.