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Gerichtshaus

Das 1607 als Herrenhaus erbaute, in seinen Proportionen wohl ausgewogene Gebäude verrät in den getreppten Schiedmauern und vor allem in der Fensterpartie spätgotisches Gepräge.

Im ersten Obergeschoss des Herrenhauses diente eine Trink- und Gesellschaftsstube den heiteren Seiten des Lebens. Hier verkehrten die «besseren Herren». Nur wer das Stubenrecht besass, durfte hier ein- und ausgehen und unter seinesgleichen pokulieren. Das waren in erster Linie die «Herren am Regiment», der «Herr Schultheiss und die hochlöblichen Herren Räte», also die politische Führung der Stadt.

Später hielt die Handwerker-Innung der Weber ihre Versammlungen in der Herrenstube ab. 1838 wird die Verwendung des Herrenhauses als Waag-, Käse- und Garnhaus sowie als Militärarrestlokal erwähnt. Das Gebäude diente auch als Kornspeicher und bis 1932 dem Getreidemarkt. Nach dem Abbruch des alten Rathauses zogen Rat und Gericht in die Herrenstube. 1882 dann übersiedelte die Politische Gemeinde ihre Amts- und Verwaltungsräume ins geräumigere Morel-Haus an der Marktgasse.

Die Fassadenmalerei von Karl Peterli (1951) bietet eine der wenigen Möglichkeiten, sich die Wappen der sechs Gemeinden des Bezirks Wil zu vergegenwärtigen. Es sind dies von links nach rechts Niederbüren, Bronschhofen, Oberbüren, Wil, Zuzwil, Niederhelfenschwil. Wil, 1831-2002 Bezirkshauptort, war Sitz des Bezirksgericht (heute Kreisgericht), das seine ernsten Geschäft in der ehemaligen Trinkstube abwickelte. (Ruckstuhl, Benno; Die Altstadt von Wil, Wil 1998)

Der Zugang zum Gerichtshaus ist im Rahmen einer geführten Altstadtbesichtigung möglich.

Gerichtshaus
Marktgasse 86
9500 Wil

Das Gerichtshaus mit den Wappen der zugehörigen Gemeinden. Zweigeschossiger Oberbau mit spätgotischen Staffelfenstern

Öffnungszeiten

Nicht öffentlich zugänglich