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Aktionstage gegen Rassismus

Jedes Jahr rund um den 21. März – dem internationalen Tag gegen Rassismus – finden im Kanton St. Gallen die Aktionstage gegen Rassismus statt. In diesem Jahr kommen unterschiedliche Menschen aus Wil und Umgebung zu Wort. Sie sprechen über persönlichen Erlebnisse aus ihrem Alltag, und über ihre Einstellungen zu Vielfalt, Zugehörigkeit, Diskriminierung und Rassismus. Auch der neue Stadtpräsident Hans Mäder äussert sich dazu.

 

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Strassenumfrage zum Thema Zugehörigkeit
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Strassenumfrage zum Thema Vielfalt
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Strassenumfrage zum Thema Diskriminierung
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Statement Hans Mäder, Stadtpräsident

Gemeinsam gegen Rassismus

Rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus, dem 21. März, finden jährlich in Wil und an vielen Orten im Kanton St. Gallen und der Schweiz verschiedene Veranstaltungen zum Thema Rassismus und Diskriminierung statt.

Die Schweiz wie auch die Region und Stadt Wil haben sich unter anderem durch Zuwanderung in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Aus der Statistik der Bevölkerungszusammensetzung der Stadt Wil ist ersichtlich, dass im Jahr 2020 in Wil 23935 Einwohnerinnen und Einwohner lebten. Davon leben über 90% der in Wil wohnhaften Personen 10 Jahre oder länger in der Schweiz. Der Anteil an Wilerinnen und Wilern mit Migrationshintergrund ab 15 Jahren wird vom kantonalen Amt für Statistik mit einem Schätzwert von 39.9% ausgewiesen. Dieser Wert liegt im gesamtschweizerischen Durchschnitt. Zwischen 2014 und 2019 wurden in der Stadt Wil, mit eidgenössischer und kantonaler Bewilligung, 604 Personen eingebürgert.

Mit der Verabschiedung des Integrationsleitbilds im Jahr 2004 schaffte die Stadt Wil die Rahmenbedingungen für die aktive Gestaltung des Zusammenlebens der Wiler Bevölkerung. Sie setzt sich fortlaufend dafür ein, dass Wil eine Stadt und Heimat für alle in Wil lebenden Menschen sein kann. Es ist die Aufgabe aller, den bewussten und respektvollen Umgang mit Vielfalt, Gemeinsamkeiten und Unterschieden in unserer Gesellschaft zu pflegen. Unterschiede aufgrund von Alter, Behinderung, Geschlecht, Herkunft, Sprache, Hautfarbe, Religion/Weltanschauung und sexueller Orientierung bestehen nebeneinander in einer pluralen Gesellschaft. Vielfalt, Verschiedenartigkeit und Veränderung fordern von allen Anpassungen. Dieser Veränderungsprozess gelingt besser, wenn die eigene Identität und Lebensweise aus einer Distanz betrachtet werden kann, Sitten und Traditionen hinterfragt werden dürfen, und gegebenenfalls angepasst und mitunter auch eingeschränkt werden. Dies gilt für alle Seiten, für die Ansässigen, wie auch für die mehr oder weniger neu Zugezogenen.

Aktionstage 2021

Im Rahmen der Aktionstage gegen Rassismus 2021, vom 12. bis 21. März, sprechen wir über Zugehörigkeit, Vielfalt und Diskriminierung. Mit der Plakatkampagne #WILSINDWIR setzt die Stadt Wil zum einen ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung. Zum anderen verweisen die Plakate mit dem QR- Code auf die von Mitarbeitenden der Fachstelle Integration geführten Strasseninterviews und dem Austausch mit dem neuen Stadtpräsidenten, Hans Mäder. Bezogen auf Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Alter und Sprache kommen unterschiedliche Menschen aus Wil und Umgebung zu Wort. Sie gewähren mit ihren Aussagen und Statements einen Einblick in persönliche Erlebnisse aus ihrem Alltag im Umgang mit Zugehörigkeit, Vielfalt, Diskriminierung und Rassismus.

Der Genderstern*, der auf dem WIR* grammatikalisch nicht korrekt gesetzt ist will zusätzlich das Bewusstsein schärfen für einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch.

Stellenausschreibungen, Packungsbeilagen und Schulbücher: In vielen Texten wird die männliche Form verwendet – alle anderen Personen sind mitgemeint. Sprache macht sichtbar oder eben unsichtbar. Sprache wirkt sich auf unsere Wahrnehmung und unser Denken aus, untermauert Stereotype und Hierarchien. (Aus "Gender Matters", Kompetenzzentrum für Integration und Gleichstellung, Kanton St. Gallen).

Stereotypen, Generalisierungen und Vorurteile werden der Realität von Menschen und Persönlichkeiten oft nicht gerecht. Diskriminierung und diskriminierender Rassismus sind Folgen davon. So, dass sich Menschen ungerecht behandelt, benachteiligt, nicht zugehörig oder bedroht fühlen.

Das Zusammenleben gelingt, wenn wir es gemeinsam gestalten, über Werte und Normen reflektieren und über Unterschiede und Veränderungen in der Gesellschaft miteinander sprechen.

Stadt Wil Rassismus Kampagne 2021
Stadt Wil Rassismus Kampagne 2021

Coronavirus und Ungleichheit

Aufgrund der Corona-Krise mussten während den Aktionstagen gegen Rassismus 2020 viele Veranstaltungen abgesagt werden. Gerade im Umgang mit der Corona- Krise wird neben grosser Solidarität auch soziale Ausgrenzung sichtbar. Auf den ersten Blick scheint der Virus alle gleichermassen zu betreffen: Alle können sich anstecken und erkranken. Alle können Angehörige, Freundinnen und Freunde, oder Nachbarn von Risikopersonen oder Erkrankten sein. Der Virus unterscheidet nicht zwischen arm und reich. Herkunft, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, geschlechtliche Identität, sexuelle Orientierung und auch viele Formen von Behinderung scheinen keine Rolle zu spielen. Die Krise betrifft alle.

Doch betrifft sie uns alle gleich? Die Maßnahmen, die für alle gleich gelten, haben für jede und jeden unterschiedliche Auswirkungen unter anderem aufgrund von Herkunft, Sprache, Religion, Hautfarbe und Einkommen. Die Krise vergrößert bestehende Ungleichheiten, sie macht bereits bestehende Ausgrenzung und Diskriminierung sichtbarer.

Für Interessierte an der Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung haben wir hier einige Hör- Seh- und Lesetipps ausgewählt und zusammengestellt.

  • SRF Sternstunde Religion: Rassismus in der Schweiz unter der Lupe

Rassismus ist in der Schweiz verbreitet und äussert sich im Alltag meist subtil. Am häufigsten werden dunkelhäutige Menschen rassistisch diskriminiert und auf ihre Herkunft reduziert. Dies zeigen neuere Studien. Eine Debatte über Rassismus und Diskriminierung in der Schweiz.

Link zur Sendung (Video 28 Minuten)

  • Der lange Schatten der Sklaverei

Sie ist ein Gespenst aus früheren Tagen, aber ein sehr lebendiges. Ihr Schatten lastet auf den USA, wo Rassismus immer wieder aufflackert, und auch in Ländern, die mit Sklaverei scheinbar nichts zu tun haben - etwa der Schweiz.

Link zur Sendung (Video, 27 Minuten)

  • Aus der Schweizer Geschichte: James Baldwins Essay über Leukerbad

Ins schweizerische Leukerbad reiste der New Yorker Schriftsteller James Baldwin 1951, um seinen ersten Roman fertig zu schreiben. Im damals noch beschaulichen Bergdorf war er der erste Schwarze überhaupt. James Baldwin schildert seine Erfahrungen in seinem berühmten Essay Fremder im Dorf. Der Text zählt zu den Klassikern amerikanischer Literatur.

Link zur Sendung (Radiobeitrag 28 Minuten)

  • Rassismus im Alltag: «Das war doch gar nicht böse gemeint»

Sie sind subtil, oft nicht bös gemeint und doch verletzend: Rassistische Bemerkungen im Alltag. Sie fallen öfter, als uns lieb ist und öfter, als sich viele vorstellen. Aber: Was ist eigentlich rassistisch? Was darf man sagen und fragen? Und was lieber gar nicht? Der «Treffpunkt» gibt Antworten. «Ob eine Bemerkung rassistisch ist, hängt davon ab, wie sie ankommt, und nicht, wie sie gemeint war», sagt etwa die Expertin Judith Jordáky. 

Link zur Sendung (Radiobeitrag, 57 Minuten)

  • Medienauswahl der Stadtbibliothek Wil: Siehe unten ‚Publikationen‘

Link

Projektideen willkommen

Auch nächstes Jahr setzt die Stadt Wil im März Zeichen gegen Ausgrenzung und Rassismus. Wer selbst ein Projekt oder eine Veranstaltung plant und sich damit an den Aktionstagen gegen Rassismus beteiligen möchte, kann sich gerne mit der Fachstelle Integration in Verbindung setzen. Es ist möglich, bei der Stadt Wil oder beim Kanton St. Gallen ein Gesuch um einen finanziellen Beitrag an ein Projekt zu stellen.

Stadt Wil Rassismus Kampagne 2020
Stadt Wil Rassismus Kampagne 2020

 

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