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Aktionstage gegen Rassismus

Jedes Jahr rund um den 21. März finden im Kanton St. Gallen die Aktionstage gegen Rassismus statt. Der 21. März ist der internationale Tag gegen Rassismus. Die aktuellen Debatten über Rassismus zeigen die Brisanz dieser Aspekte und sind Anlass für eine kantonale Plakatkampagne.

Plakate der Aktionstage gegen Rassismus

Kanton St. Gallen gegen Rassismus

Diskriminierung und Rassismus können in allen Lebensbereichen stattfinden, sei es im Beruf oder in der Freizeit. Mit der Plakatkampagne "Kanton St. Gallen gegen Rassismus" wird mittels Sprech- und Gedankenblasen kantonsweit auf Erfahrungen im Alltag aufmerksam gemacht, die von Betroffenen als diskriminierend oder rassistisch wahrgenommen werden können. Sie sollen die Leserin oder den Leser zum Nachdenken und zu einem Perspektivenwechsel anregen, wenn etwa jemand aufgrund seines Äusseren auf Hochdeutsch angesprochen wird: Habe ich das auch mal gemacht? Wie fühlen sich Betroffene bei bestimmten Fragen und weshalb werden diese Gefühle ausgelöst?

Das Ziel der aktuellen Plakatkampagne ist, dass die hier lebenden Menschen friedlich zusammenleben und somit die gesellschaftliche Stabilität gesichert wird. Die pointierten Aussagen regen zum Nachdenken an. Sie können Mitmenschen treffen und verletzen, die aufgrund ihrer Herkunft, dem Aussehen, der Hautfarbe und der Sprache anders wahrgenommen werden.

Weiter fordern die Plakate auf, über Rassismuserfahrungen im Alltag zu sprechen und einander zuzuhören. Sie sind gesammelt online verfügbar. Zudem können auf der begleitenden Website gegenrassismus.sg.ch Betroffene ihre Rassismus- oder Diskriminierungserfahrungen aus dem Alltag der kantonalen Integrationsstelle anonymisiert mitteilen.

Aktionstage 2020

An den Aktionstagen vom 13. bis 22. März 2020 machte die Fachstelle Integration der Stadt und der Region Wil  mit verschiedenen Werbemassnahmen die bestehenden Beratungsangebote besser bekannt. Mit dieser Kampagne sollten Betroffene ermutigt werden, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Nach wie vor sind viele Ausländerinnen und Ausländer mit Vorurteilen oder Diskriminierung konfrontiert. Aktuelle Studien und Erfahrungen der Fachstelle Integration zeigen, dass viele von Rassismus und Diskriminierung Betroffene nicht wissen, wo sie Rat suchen können oder sich nicht trauen, sich bei einer Beratungsstelle zu melden.

Die Fachstelle Integration der Stadt Wil ist Anlaufstelle für von Rassismus und Diskriminierung betroffene Menschen. Bei Bedarf vermittelt sie weiter an die Beratungsstelle gegen Rassismus und Diskriminierung des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS. Die HEKS-Beratungsstelle bietet niederschwellige Beratung und einfach zugängliches Informationsmaterial für Personen, die Fragen zum Diskriminierungsschutz haben, von rassistischer Diskriminierung betroffen sind oder der Diskriminierung bezichtigt werden. Die Beratungsstelle wird vom HEKS im Auftrag der Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden geführt.

Aufgrund der Corona-Krise musste im März während den Aktionstagen gegen Rassismus 2020 der Anlass «Die HEKS Beratungsstelle gegen Rassismus und Diskriminierung stellt sich vor» verschoben werden. Der Anlass findet neu statt am Donnerstag, 10. September 2020, um 09.30 Uhr, im Quartiertreff Lindenhof an der Rotschürstrasse 15 in Wil.

Stadt Wil Rassismus Kampagne 2020
Stadt Wil Rassismus Kampagne 2020

 

Coronavirus und Ungleichheit

Aufgrund der Corona-Krise mussten während den Aktionstagen gegen Rassismus 2020 viele Veranstaltungen abgesagt werden. Gerade im Umgang mit der Corona- Krise wird neben grosser Solidarität auch soziale Ausgrenzung sichtbar. Auf den ersten Blick scheint der Virus alle gleichermassen zu betreffen: Alle können sich anstecken und erkranken. Alle können Angehörige, Freundinnen und Freunde, oder Nachbarn von Risikopersonen oder Erkrankten sein. Der Virus unterscheidet nicht zwischen arm und reich. Herkunft, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, geschlechtliche Identität, sexuelle Orientierung und auch viele Formen von Behinderung scheinen keine Rolle zu spielen. Die Krise betrifft alle.

Doch betrifft sie uns alle gleich? Die Maßnahmen, die für alle gleich gelten, haben für jede und jeden unterschiedliche Auswirkungen unter anderem aufgrund von Herkunft, Sprache, Religion, Hautfarbe und Einkommen. Die Krise vergrößert bestehende Ungleichheiten, sie macht bereits bestehende Ausgrenzung und Diskriminierung sichtbarer.

Für Interessierte an der Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung haben wir hier einige Hör- Seh- und Lesetipps ausgewählt und zusammengestellt.

  • SRF Sternstunde Religion: Rassismus in der Schweiz unter der Lupe

Rassismus ist in der Schweiz verbreitet und äussert sich im Alltag meist subtil. Am häufigsten werden dunkelhäutige Menschen rassistisch diskriminiert und auf ihre Herkunft reduziert. Dies zeigen neuere Studien. Eine Debatte über Rassismus und Diskriminierung in der Schweiz.

Link zur Sendung (Video 28 Minuten)

  • Der lange Schatten der Sklaverei

Sie ist ein Gespenst aus früheren Tagen, aber ein sehr lebendiges. Ihr Schatten lastet auf den USA, wo Rassismus immer wieder aufflackert, und auch in Ländern, die mit Sklaverei scheinbar nichts zu tun haben - etwa der Schweiz.

Link zur Sendung (Video, 27 Minuten)

  • Aus der Schweizer Geschichte: James Baldwins Essay über Leukerbad

Ins schweizerische Leukerbad reiste der New Yorker Schriftsteller James Baldwin 1951, um seinen ersten Roman fertig zu schreiben. Im damals noch beschaulichen Bergdorf war er der erste Schwarze überhaupt. James Baldwin schildert seine Erfahrungen in seinem berühmten Essay Fremder im Dorf. Der Text zählt zu den Klassikern amerikanischer Literatur.

Link zur Sendung (Radiobeitrag 28 Minuten)

  • Rassismus im Alltag: «Das war doch gar nicht böse gemeint»

Sie sind subtil, oft nicht bös gemeint und doch verletzend: Rassistische Bemerkungen im Alltag. Sie fallen öfter, als uns lieb ist und öfter, als sich viele vorstellen. Aber: Was ist eigentlich rassistisch? Was darf man sagen und fragen? Und was lieber gar nicht? Der «Treffpunkt» gibt Antworten. «Ob eine Bemerkung rassistisch ist, hängt davon ab, wie sie ankommt, und nicht, wie sie gemeint war», sagt etwa die Expertin Judith Jordáky. 

Link zur Sendung (Radiobeitrag, 57 Minuten)

  • Medienauswahl der Stadtbibliothek Wil: Siehe unten ‚Publikationen‘

Link

Projektideen willkommen

Auch nächstes Jahr setzt die Stadt Wil im März Zeichen gegen Ausgrenzung und Rassismus. Wer selbst ein Projekt oder eine Veranstaltung plant und sich damit an den Aktionstagen gegen Rassismus beteiligen möchte, kann sich gerne mit der Fachstelle Integration in Verbindung setzen. Es ist möglich, bei der Stadt Wil oder beim Kanton St. Gallen ein Gesuch um einen finanziellen Beitrag an ein Projekt zu stellen.

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