Stadtparlament lehnt Initiative "Wil will wohnen!" ohne Gegenvorschlag ab

Das Stadtparlament Wil hat an seiner Sitzung vom 28. August 2025 über diverse Geschäfte beraten. Unter anderem standen die Wahl von zwei Ersatzmitgliedern des Stadtparlaments, die Initiative "Wil will wohnen!" und die Legislaturplanung 2025-2028 des Stadtrats auf der Traktandenliste. Die Beschlüsse im Überblick.

28. August 2025

Gültigkeit der Wahl zweier Ersatzmitglieder des Stadtparlaments → Unterlagen

  • Darum geht es: Im Stadtparlament bestehen aufgrund der Rücktritte von Christina Rüdiger (SVP) und Klaus Rüdiger (SVP) per 27. Juni 2025 zwei Vakanzen. Der Stadtrat hat gemäss der entsprechenden Wahlliste Aaron Gämperle (SVP) und Urs Bollinger (SVP) als gewählt erklärt. Beide haben sich bereit erklärt, das Amt für den Rest der Amtsdauer 2025-2028 anzunehmen.
  • Das wurde entschieden: Das Stadtparlament stellte die Gültigkeit der Wahl von Aaron Gämperle und Urs Bollinger in das Stadtparlament fest.

  • Ersatzwahlen in die ständigen Kommissionen für die Amtsdauer 2025 – 2028 / Mitglied Bau- und Verkehrskommission / Mitglied Bildungskommission → Unterlagen

  • Darum geht es: Aufgrund der Rücktritte von Christina Rüdiger (SVP) und Klaus Rüdiger (SVP) muss das Stadtparlament je ein neues Mitglied für die Bau- und Verkehrskommission und die Bildungskommission wählen. Als Nachfolge von Klaus Rüdiger in der Bau- und Verkehrskommission schlägt das Parlamentspräsidium Andreas Hüssy (SVP) vor, der Wahlvorschlag für die Nachfolge von Christina Rüdiger in der Bildungskommission lautet Lukas Schobinger (SVP).
  • Das wurde entschieden: Andreas Hüssy wird einstimmig in die Bau- und Verkehrskommission gewählt, Lukas Schobinger einstimmig in die Bildungskommission.

  • "Wil will wohnen! – Initiative für gemeinnütziges Wohnen in Wil" → Unterlagen

  • Darum geht es: Die Initiative "Wil will wohnen" verfolgt das Ziel, dass bis 2050 mindestens 10 Prozent der Mietwohnungen in der Stadt Wil im Eigentum gemeinnütziger Wohnbauträger sind, die das Prinzip der Kostenmiete einhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen städtische Grundstücke in der Regel im Baurecht an solche Wohnbauträger abgegeben, unterstützende Finanzierungsinstrumente durch die Stadt angeboten und entsprechende Planungsvorgaben bei Arealentwicklungen umgesetzt werden. Der Stadtrat steht dem Anliegen der Initianten wohlwollend gegenüber. Dennoch lehnt er die Volksinitiative in der vorliegenden Form ab, da sie aus seiner Sicht nicht zielführend ist. Auch verzichtet er auf einen Gegenvorschlag.
  • Das wurde entschieden: Das Stadtparlament ist dem Antrag des Stadtrats gefolgt und hat die Initiative zur Ablehnung empfohlen (25 Ja / 11 Nein). Den Gegenantrag der vorberatenden Kommission hat es abgelehnt.

  • Motion Adrian Bachmann (FDP) im Namen der nichtständigen Kommission "Volksinitiative Wil will wohnen! – Initiative für gemeinnütziges Wohnen in Wil" mit dem Titel: Gemeinnütziger Wohnungsbau im Lenzenbüel / Erheblicherklärung → Unterlagen

  • Darum geht es: Mit der Motion "Gemeinnütziger Wohnungsbau im Lenzenbüel" wird der Stadtrat eingeladen, eine Wohnüberbauung auf stadteigenen Parzellen im Gebiet Lenzenbüel durch eine gemeinnützige Trägerschaft prüfen und dem Parlament Bericht und Antrag dazu vorlegen. Der Stadtrat lehnt die Motion ab: Er unterstützt zwar grundsätzlich den gemeinnützigen Wohnbau, hält aber eine konkrete Projektentwicklung im Lenzenbüel frühestens ab 2035 für realistisch. Gründe dafür sind unter anderem der laufende Ortsplanungsprozess, fehlende schulische Infrastruktur und die funktionale Abhängigkeit zu Wil West. Eine isolierte Planung wird als nicht zielführend betrachtet.
  • Das wurde entschieden: Das Stadtparlament erklärt die Motion als nicht erheblich (24 Ja / 12 Nein).

  • Motion Adrian Bachmann (FDP) im Namen der nichtständigen Kommission "Volksinitiative Wil will wohnen! – Initiative für gemeinnütziges Wohnen in Wil" mit dem Titel: Gemeinnütziger Wohnungsbau auf dem Zeughausareal / Erheblicherklärung → Unterlagen

  • Darum geht es: Die Motion "Gemeinnütziger Wohnungsbau auf dem Zeughausareal" fordert, dass der Stadtrat dem Parlament ein Projekt für eine Wohnüberbauung durch eine gemeinnützige Trägerschaft auf dem stadteigenen Zeughausareal unterbreitet. Der Stadtrat unterstützt das Anliegen grundsätzlich, beantragt aber, die Motion in angepasster Form für erheblich zu erklären. Er verweist auf die notwendige Einbettung in den laufenden Ortsplanungsprozess und das Stadtentwicklungskonzept (STEK). Geplant ist ein vielfältig genutztes Quartier mit Wohnraum, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen – darunter auch ein möglicher regionaler Polizeistützpunkt. Die Umsetzung soll abgestimmt auf die laufenden Planungsarbeiten erfolgen.
  • Das wurde entschieden: Das Stadtparlament hat die Motion als erheblich erklärt und wird dem Stadtrat zugewiesen (24 Ja / 13 Nein).

  • Geschäftsbericht 2024 der Thurvita AG → Unterlagen

  • Darum geht es: Der Stadtrat legt dem Parlament den Geschäftsbericht 2024 der Thurvita AG zur Kenntnisnahme vor. Die Pflegeinstitution weist einen Jahresverlust von rund 694'000 Franken aus, was jedoch unter dem budgetierten Defizit liegt. Hauptgründe sind der anhaltende Fachkräftemangel und der Einsatz von Temporärpersonal. Die Auslastung konnte nochmals gesteigert werden und liegt bei fast 97 Prozent. Positiv entwickelten sich auch die Spitex-Leistungen. Bauprojekte wie die Sanierung des Hauses A im Sonnenhof sowie das "Quartierzentrum City" schreiten planmässig voran. Die Übergabe der operativen Führung an die neue CEO Corinne Dähler verlief erfolgreich.
  • Das wurde entschieden: Das Stadtparlament nahm den Geschäftsbericht 2024 der Thurvita AG zur Kenntnis.

  • Legislaturplanung 2025-2028 → Unterlagen

  • Darum geht es: Der Stadtrat legt dem Stadtparlament die Legislaturplanung 2025-2028 zur Kenntnisnahme vor. In fünf strategischen Handlungsfeldern werden 18 konkrete Ziele formuliert – etwa zur Förderung von Dialog, städtischer Identität, innovativen Angeboten, einer nachhaltigen Stadtentwicklung und Wil als regionalem Zentrum. Die Planung dient als zentrale Führungsgrundlage und wurde in einem partizipativen Prozess mit der Verwaltung erarbeitet. Die Umsetzung erfolgt durch konkrete Massnahmen der Departemente. Die Planung wurde öffentlich kommuniziert und allen Haushalten zugestellt.
  • Das wurde entschieden: Das Stadtparlament nahm die Legislaturplanung 2025-2028 zur Kenntnis. Verschiedene Fraktionen kritisierten, dass die Legislaturplanung zu konkret sei.
  • Anwesend: 38 von 40 Parlamentsmitgliedern.

    Parlamentspräsidentin Meret Grob beendete die Sitzung um 20.10 Uhr.