01. Mai 2026
Ob Urban Blanks «Christophorus» im Schnetztor, das Wandbild «Mosaik» von Gret Häni im Schulhaus Rossrüti oder Christoph Rütimanns «Handlauf» im Sportpark Bergholz: An rund 60 Standorten prägen Kunstwerke unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen den öffentlichen Raum der Stadt Wil. Ein vollständiger Überblick über diese Werke fehlte jedoch bislang. Zuständigkeiten waren teilweise unklar, was sowohl den Unterhalt als auch die Vermittlung erschwerte. Eine Interpellation von Christof Kälin im Stadtparlament machte 2022 zusätzlich auf beschädigte Werke aufmerksam und forderte eine systematische Erfassung sowie klare Verantwortlichkeiten.
Inventar, Datenbank und Zuständigkeiten
Die städtische Fachstelle Kultur hatte den Handlungsbedarf bereits erkannt und erste Arbeiten aufgenommen. Um die notwendigen fachlichen Grundlagen zu schaffen, beauftragte der Stadtrat im April 2024 das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaften SIK-ISEA, Zürich, mit der Umsetzung und sprach dafür einen einmaligen Kredit von maximal 15'000 Franken. Nun liegt der Schlussbericht vor: Rund 60 Werke im öffentlichen Raum sowie Kunst am Bau wurden vor Ort besichtigt, fotografisch dokumentiert und in ihrem Zustand erfasst. Zudem wurden Eigentums- und Zuständigkeitsfragen weitgehend geklärt.
Parallel dazu wurde eine neue zentrale Datenbank eingeführt, in der sämtliche Kunstwerke der Stadt einheitlich erfasst wurden. Gemeinsam mit den involvierten Stellen wurden zudem Abläufe und Verantwortlichkeiten im Unterhalt verbindlich geregelt. So definiert ein neu erstelltes Merkblatt unter anderem regelmässige Kontrollen, einfache Pflegearbeiten sowie das Vorgehen bei entdeckten Schäden. Ergänzende Richtlinien stellen sicher, dass Werke, Kunstschaffende und Urheberrechte künftig einheitlich dokumentiert und diese Daten strukturiert gepflegt werden.
Standorte online entdecken
Mit dem aktualisierten Inventar verfügt die Stadt Wil über eine verlässliche Grundlage, um die Kunst im öffentlichen Raum gezielt zu erhalten und weiterzuentwickeln. Der Bericht zeigt zugleich den weiteren Handlungsbedarf auf, so sollen beispielsweise einzelne beschädigte Werke im Rahmen künftiger Projekte instand gestellt werden. Auch die systematische Kennzeichnung, Dokumentation und Vermittlung der Werke wird weitergeführt. Ein hilfreiches Instrument für letztere ist die neue digitale Kunstkarte der Stadt Wil: Unter www.kunstkarte-stadtwil.ch sind sämtliche Werke im öffentlichen Raum erstmals auf einer interaktiven Karte eingezeichnet, ergänzt mit Bildern und kurzen Informationen zu den einzelnen Objekten.
Ein kurzes Video gibt einen ersten Eindruck von der Vielfalt, die sich mit der Kunstkarte entdecken lassen.