26. März 2026
- Ordnungsantrag: Luc Kauf (GRÜNE prowil) stellte den Antrag, das Geschäft «Postulat Luc Kauf (GRÜNE prowil) im Namen der Geschäftsprüfungskommission – Mögliche Instrumente und Prozesse zur Reduktion des Personalaufwandes im bestehenden System / Erheblicherklärung» mangels ausreichender Vorbereitungszeit der GPK zur Diskussion der stadträtlichen Antwort von der heutigen Traktandenliste (Traktandum 6) zu streichen und auf die nächste Parlamentssitzung vom 21.5.2026 zu verschieben.
- Das wurde entschieden: Das Stadtparlament stimmte diesem Ordnungsantrag mit 34 Ja- zu 3-Nein-Stimmen bei einer Enthaltung zu.
Gültigkeit der Wahl eines Ersatzmitglieds des Stadtparlaments → Unterlagen
- Darum geht es: Im Stadtparlament besteht aufgrund des Rücktritts von Christoph Hürsch (Die Mitte) eine Vakanz. Der Stadtrat hat gemäss der entsprechenden Wahlliste Daniel Thoma als gewählt erklärt. Er hat sich bereit erklärt, das Amt für den Rest der Amtsdauer 2025-2028 anzunehmen.
- Das wurde entschieden: Das Stadtparlament stellte die Gültigkeit der Wahl von Daniel Thoma (Die Mitte) in das Stadtparlament fest.
Ersatzwahlen in die ständigen Kommissionen für die Amtsdauer 2025 – 2028 / Präsidium Bau- und Verkehrskommission / Mitglied Bau- und Verkehrskommission → Unterlagen
- Darum geht es: Aufgrund des Rücktritts von Christoph Hürsch (Die Mitte) muss das Stadtparlament eine neue Person für das Präsidium der Bau- und Verkehrskommission sowie ein neues Mitglied dieser Kommission BVK wählen. Als Nachfolge für das Kommissionspräsidium ist Alexander Lyner (Die Mitte; bereits BVK-Mitglied) vorgeschlagen, als neues Kommissionsmitglied Fiona Kühne (Die Mitte).
- Das wurde entschieden: Alexander Lyner (Die Mitte) wird als neuer Präsident der Bau- und Verkehrskommission gewählt. Als neues Mitglied der Bau- und Verkehrskommission wählt das Stadtparlament Fiona Kühne (Die Mitte).
Ersatzwahl der Delegierten für die Amtsdauer 2025 – 2028 / Zweckverband Wasserversorgung Mittelthurgau-Süd (RVM) → Unterlagen
- Darum geht es: Die Stadt Wil entsendet sechs Delegierte in den Zweckverband Wasserversorgung Mittelthurgau-Süd (RVM). Drei dieser Delegierten (sowie drei Ersatz-Delegierte) werden durch die Fraktionen des Stadtparlaments gestellt, drei Delegierte (sowie drei Ersatz-Delegierte) durch den Stadtrat. Als Delegierte der Fraktionen sind Thomas Abbt (Die Mitte/EVP), Daniel Meili (FDP-GLP) und Urs Gruber (GRÜNE prowil) bereits gewählt; als Ersatz-Delegierte werden neu Alexander Lyner (Die Mitte/EVP), Marcel Malgaroli (FDP-GLP) und Daniel Wittenwiler (GRÜNE prowil) zur Wahl vorgeschlagen. Als Delegierte des Stadtrats ist Roland Kammermann (Leiter Bau und Betrieb Wärme-Wasserversorgungsnetze TBW) bereits gewählt, als weitere Delegierte werden Marco Bötschi (Departementsleiter Versorgung und Energie und Richard Scheerer (VR-Präsident Dorfkorporation Bronschhofen) neu zur Wahl vorgeschlagen. Als Ersatz-Delegierte des Stadtrats werden Daniel Graf (Leiter Markt und Kunden TBW), Christoph Fäh (Stv. Brunnenmeister TBW) und Javier Paredes (Stv. Betriebsleiter Dorfkorporation Bronschhofen) zur Wahl vorgeschlagen.
- Das wurde entschieden: Das Stadtparlament wählte alle vorgeschlagenen Personen als Delegierte und Ersatz-Delegierte für die Amtsdauer 2025 – 2028 im Zweckverband Wasserversorgung Mittelthurgau-Süd (RVM).
Stellenanträge «Systemberater/in Energielösungen» und «Fachspezialist/in Finanz- & Rechnungswesen zur Übernahme von Mandaten» → Unterlagen
- Darum geht es: Die Technischen Betriebe Wil (TBW) stehen angesichts der Energiewende, steigender Kundennachfragen und neuer Geschäftsfelder vor wachsenden Anforderungen. Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament deshalb die Schaffung von zwei neuen Vollzeitstellen: eine Funktion im Bereich Energielösungen zur Verstärkung der Kundenberatung sowie eine Fachstelle im Finanz- und Rechnungswesen für die Übernahme externer Mandate. Beide Stellen sollen die TBW befähigen, ihre Dienstleistungen auszubauen, zusätzliche Erträge zu generieren und zentrale energie- und klimapolitische Ziele umzusetzen. Auf eine dritte ursprünglich geplante Stelle wird vorerst verzichtet, dies vor dem Hintergrund der finanziellen Lage der Stadt.
- Das wurde entschieden: GPK-Präsident Luc Kauf (GRÜNE prowil) hielt fest, dass die Stellenanträge in der Kommission an vier Sitzungen intensiv diskutiert worden seien – die Hürde für neue Stellen sei hoch. Letztlich sprach sich eine Mehrheit der GPK aber für die Stellenschaffungen aus.
In der parlamentarischen Diskussion wurde verschiedentlich betont, dass man Stellenschaffungen nach wie vor generell skeptisch gegenüberstehe. Sodann wurden fehlende Entscheidungsgrundlagen, mangelnde wirtschaftliche Argumente sowie eine nicht ausreichende Transparenz moniert. Ebenso wurden die Strukturen des Fernwärme-Projekts und der Zeitpunkt der Stellenanträge kritisch diskutiert. Angesichts des Projektzeitplans fehle indes die Zeit, diese Strukturen vorgängig zu klären. Zudem sei klar, dass eine neue TBW-Sparte nur mit den nötigen Ressourcen im Verkauf und in der Kundenberatung erfolgreich sein könne – man müsse "wohl oder übel in den sauren Apfel beissen". Der Stadtrat zeigte auf, dass die Stelle «Systemberater/in Energielösungen» im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen in der Branche und bei den TBW als Energieversorgerin stehen – um diese Entwicklungen aktiv gestalten sowie potenzielle Nutzende der Fernwärme aktiv beraten zu können, brauche es entsprechende personelle Ressourcen. Die Stelle «Fachspezialist/in Finanz- & Rechnungswesen zur Übernahme von Mandaten» decke ein Bedürfnis ab und eröffne ein neues Geschäftsfeld für die TBW.
- Ergänzend empfahl die GPK dem Stadtrat, verschiedene Punkte rund um das Projekt Fernwärme kritisch zu prüfen und zu verbessern. Der Stadtrat bestätigte, diese Empfehlungen ernst zu nehmen, und betonte, dass das Projekt – auch dank punktueller externer Unterstützung durch Spezialisten – strategisch und operativ gut strukturiert und aufgestellt sei. Das Stadtparlament stimmte diesen GPK-Empfehlungen mit 32 Ja- zu 7-Nein-Stimmen bei 0 Enthaltungen zu.
- Für die Schaffung der Vollzeitstelle «Systemberater/in Energielösungen» mit einem Pensum von 100% genehmigte das Stadtparlament nach eingehender Diskussion schliesslich den benötigten Kredit von maximal Fr. 148'753.80 mit 25 Ja- zu 13-Nein-Stimmen bei 0 Enthaltungen.
- Ein Zusatzantrag der vorberatenden Geschäftsprüfungskommission verlangte, dass die zweite Stelle «Fachspezialist/in Finanz- & Rechnungswesen zur Übernahme von Mandaten» jetzt bewilligt, aber von der GPK erst nach Beurteilung der Vorkalkulation und bei Erreichung einer durch externe Mandate garantierten Auslastung von 70% freigegeben werden soll. Der Stadtrat hielt fest, er könne diesen Antrag inhaltlich gut nachvollziehen und unterstütze ihn. Es sei ohnehin vorgesehen, diese Stelle erst dann zu besetzen, wenn die wirtschaftliche Auslastung angezeigt sei. Dieser Zusatzantrag wurde mit 22 Ja- zu 14-Nein-Stimmen bei 0 Enthaltungen gutgeheissen.
- Für die Schaffung der Vollzeitstelle «Fachspezialist/in Finanz- & Rechnungswesen zur Übernahme von Mandaten» mit einem Pensum von 100% genehmigte das Stadtparlament nach eingehender Diskussion den benötigten Kredit von maximal Fr. 148'753.80 mit 25 Ja- zu 14-Nein-Stimmen bei 0 Enthaltungen.
Abschliessend stellte das Stadtparlament fest, dass diese Beschlüsse gemäss Art. 7 lit. d der Gemeindeordnung dem fakultativen Referendum unterstehen.
Leistungsvereinbarung zwischen der Stadt Wil und der Thurvita AG – Anpassung Quartierzentrum City → Unterlagen
- Darum geht es: Die Stadt Wil und die Thurvita AG passen ihre Leistungsvereinbarung punktuell an. Hintergrund ist die Inbetriebnahme des neuen Quartierzentrums City beim Bahnhof mit altersgerechten Wohnungen und Pflegeangeboten. Damit ein Teil dieser Angebote künftig auch stationär abgerechnet werden kann, verlangt der Kanton deren Aufnahme in die Vereinbarung. Gleichzeitig werden weitere Angebote wie etwa Tagesstrukturen sowie das geplante Demenzzentrum in Rossrüti in der Leistungsvereinbarung ergänzt. Die Anpassungen betreffen ausschliesslich das Leistungsangebot, sie haben keine finanziellen Auswirkungen für die Stadt.
- Das wurde entschieden: Die GPK hat das Geschäft an einer Sitzung beraten und empfiehlt es zur Annahme. Die Diskussion im Parlament wurde nicht genutzt. Das Stadtparlament genehmigte die Leistungsvereinbarung zwischen der Stadt Wil und der Thurvita AG einstimmig.
Interpellation Andreas Hüssy (SVP) – Umgang mit religiösen Symbolen und Praktiken in den Wiler Schulen → Unterlagen
- Darum geht es: Die Interpellation von Andreas Hüssy (SVP) thematisiert den Umgang mit religiösen Symbolen und Praktiken an den Wiler Schulen und stellt dem Stadtrat sieben konkrete Fragen dazu. In seiner Antwort legt der Stadtrat dar, dass aufgrund gesetzlicher Vorgaben nur eingeschränkt Daten zur Religionszugehörigkeit erhoben werden können. Sodann führt er aus, dass keine spezifischen Regelungen zu religiösen Symbolen bestehen, Lehrpersonen jedoch zu religiöser Neutralität angehalten sind. Religiöse Angebote wie Unterricht erfolgen freiwillig und in Verantwortung der jeweiligen Gemeinschaften. Für Schülerinnen und Schüler bestehen punktuelle Regelungen etwa bei Absenzen oder Verpflegung. Insgesamt sieht der Stadtrat keinen grundsätzlichen Anpassungsbedarf im bestehenden System.
- Das wurde entschieden: Der Interpellant Andreas Hüssy (SVP) bedankte sich für die ausführliche und strukturierte Antwort des Stadtrats, die für Transparenz gesorgt habe. Sie bestätige den Umgang mit Augenmass mit diesem Thema – man finde auch ohne strikte Regelungen praktikable Lösungen, ohne dass der Schulbetrieb oder Unterricht darunter leide. Das Stadtparlament nimmt die Antwort des Stadtrats zur Kenntnis. Die Interpellation ist damit erledigt.
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Anlässlich der Sitzung des 14. Stadtparlaments erklärte Marcel Malgaroli (FDP) nach 12 Jahren Einsitz im Stadtparlament seinen Rücktritt. Parlamentspräsident Dominik Egli verdankte seinen Einsatz im Parlament sowie in verschiedenen Kommissionen und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute.
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Anwesend: 39 von 40 Mitgliedern des Stadtparlaments
Entschuldigt: Matthias Löpfe (GRÜNE prowil)
Parlamentspräsident Dominik Egli beendete die Sitzung um 18.13 Uhr.
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Die Unterlagen zur Parlamentssitzung sind hier zu finden. Eine Aufzeichnung der ganzen Debatte kann hier nachgeschaut werden.