4. Ortsplanungskonferenz - Rückmeldungen zu Siedlung, Freiraum und Verkehr

Am 29. Mai 2026 fand die 4. Ortsplanungskonferenz der Stadt Wil statt. Im Zentrum stand die Frage, wie die bisherigen Überlegungen zur Ortsplanungsrevision weiter konkretisiert werden sollen. Die Teilnehmenden erhielten Einblick in erste Entwürfe, Skizzen und Planungsansätze zu Zonenplan, Baureglement und Richtplan Verkehr. Ziel war es, frühzeitig Rückmeldungen aus Politik und Fachkreisen aufzunehmen.

Am Vormittag standen Zonenplan und Baureglement im Fokus bzw. die Überführung der wesentlichen Inhalte aus STEK und kommunalem Richtplan. Ein wichtiges Thema war die Frage der baulichen Dichte. In welchen Wohngebieten soll eine höhere Ausnützung möglich sein? Welche Mindestdichten sind sinnvoll und wie kann gleichzeitig verhindert werden, dass Einfamilienhausquartiere unangemessen verdichtet werden? Die Rückmeldungen zeigten, dass die grundsätzliche Stossrichtung der Innenentwicklung unterstützt wird. Gleichzeitig wurde betont, dass Verdichtung differenziert erfolgen muss – abgestimmt auf Quartiercharakter, Erschliessung, Freiräume und öffentliche Räume.

Auch die vorgesehenen Kern- und Mischzonen wurden diskutiert. Die geplanten Mischzonen entlang wichtiger Hauptachsen wurden grundsätzlich positiv beurteilt. Gleichzeitig wurde angeregt, Erdgeschossnutzungen flexibel zu regeln und Gewerbe sowie publikumsorientierte Nutzungen zu fördern. In den Kernzonen sollen Freiräume, Quartierversorgung und öffentliche Räume frühzeitig mitgedacht werden.

Ein weiterer Input war der bezahlbare Wohnraum. Wil rechnet bis 2040 mit einem Wachstum von rund 2’000 Wohnungen. In den Schwerpunktgebieten könnten gemäss heutigem Entwurf rund 1’600 Wohnungen entstehen, davon etwa 500 preisgünstige Wohnungen über Planungsvereinbarungen und städtische Areale.

Breite Zustimmung fand die Bedeutung von Grünräumen, Bäumen, Dachbegrünungen und ökologischen Ausgleichsflächen. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass Anreize oft wirksamer sein können als reine Verpflichtungen. Für grössere Überbauungen wurde ein Begrünungskonzept als sinnvoll erachtet.

Am Nachmittag stand der Richtplan Verkehr im Zentrum. Diskutiert wurde insbesondere der knappe Strassenraum, der von Fuss- und Veloverkehr, öffentlichem Verkehr, Fahrbahnen, Begrünung, Parkierung und Aufenthaltsqualität gleichzeitig beansprucht wird. Die Diskussion zeigte, dass klare Prioritäten je nach Funktion der Strasse und Charakter des Quartiers notwendig sind. Nicht überall kann alles gleichzeitig in idealer Form umgesetzt werden.

Auch die öffentliche Parkierung wurde thematisiert. Während bei Verlagerungen in den Untergrund eher ein 1:1-Ersatz als sinnvoll beurteilt wurde, kann auf Quartierstrassen ein Abbau von Parkfeldern zugunsten von Grünräumen sinnvoll sein. Entscheidend bleibt eine gesamtheitliche Betrachtung von Erreichbarkeit, Aufenthaltsqualität, Begrünung und Quartierfunktion.

Die 4. Ortsplanungskonferenz lieferte wichtige Hinweise für die Weiterbearbeitung. Die Innenentwicklung wird grundsätzlich unterstützt, soll jedoch sorgfältig und quartierbezogen erfolgen. Bezahlbarer Wohnraum, Klima- und Freiraumqualität sowie eine ausgewogene Verkehrsplanung bleiben zentrale Themen. Die Rückmeldungen fliessen nun in die weitere Bearbeitung ein.

Kurz nach der Konferenz wurden die Parlamentsmitglieder am 3. Juni 2026 eingeladen, eine Zusammenfassung der Konferenz anzuhören. An dieser Veranstaltung nahmen acht Personen teil, um sich über das Geschehene zu informieren.

Weitere Themen werden im November vertieft diskutiert, bevor der Stadtrat die nächsten Richtungsentscheide zur Ortsplanungsrevision trifft.