06. Oktober 2026
Im Rahmen der Beteiligungsaufsicht und der periodischen Berichterstattung hat der Stiftungsrat der Stiftung Hof zu Wil den Stadtrat wiederholt über den Stand des Projekts orientiert. Dabei beurteilte der Stadtrat die Entwicklung und die finanziellen Perspektiven im Verlauf des Projekts grundsätzlich positiv, basierend auf den vom Stiftungsrat bereits eingeleiteten Massnahmen. Dem Stadtrat wurde kommuniziert, dass sich die Finanzierung des Projekts sowie eine zusätzlich erforderliche Fremdfinanzierung auf gutem Weg befänden. Auf konkrete Anträge an den Stadtrat wurde seitens Stiftungsrat bis August 2026 verzichtet.
Darlehen von insgesamt 3.95 Millionen Franken
Inzwischen vorliegende Informationen zeigen aber, dass die finanzielle Situation deutlich kritischer zu beurteilen ist als bisher angenommen: Die Stiftung Hof zu Wil befindet sich in einer angespannten finanziellen Situation. Nach den derzeit vorliegenden Informationen besteht unmittelbarer Liquiditätsbedarf. Ohne zusätzliche Liquidität droht die Zahlungsunfähigkeit der Stiftung.
Zur Vermeidung einer ungeordneten Entwicklung beantragt der Stadtrat dem Stadtparlament deshalb zwei zinslose Darlehen, jeweils befristet bis 31. Dezember 2028: 3 Millionen Franken für die Verpflichtungen der Stiftung im Zusammenhang mit der dritten Bauetappe und 950'000 Franken für die Betriebsliquidität.
Externe Untersuchung beschlossen
Gleichzeitig hat der Stadtrat das Stadtparlament über seinen Entscheid informiert, eine externe Untersuchung durchführen zu lassen, um die Entwicklungen, die zur aktuellen Situation geführt haben, umfassend aufzuarbeiten. Dabei sollen die Ursachen und allfällige Verantwortlichkeiten unabhängig, transparent und ohne Vorverurteilung untersucht werden. Dem Stadtparlament soll bis Ende 2027 ein Zwischenbericht und bis Ende 2028 eine Vorlage über die Ergebnisse der Untersuchung sowie die eingeleiteten Massnahmen, einschliesslich der mittel- und langfristigen Finanzierung, unterbreitet werden.