27. Oktober 2026
Mit dem Budgetnachtrag 2027 reagiert der Stadtrat auf die angespannte finanzielle Lage der Stadt Wil und den Entscheid der Stimmberechtigten vom 27. September 2026, den Steuerfuss für 2026 bei 115% festzusetzen. Der Stadtrat respektiert den Volksentscheid und beantragt nun auch für 2027 einen Steuerfuss von 115%. Gegenüber dem ursprünglich verabschiedeten Budget mit einem Steuerfuss von 121% bedeutet dies Mindereinnahmen von rund 3,8 Millionen Franken. Die im Budgetnachtrag beantragten Entlastungsmassnahmen über Fr. 2,2 Millionen Franken sollen dazu beitragen, diese teilweise aufzufangen.
Zusätzliche Sparmassnahmen im Budgetnachtrag
Bei der Ausarbeitung des Budgetnachtrags hat der Stadtrat insbesondere geprüft, welche freiwilligen Leistungen die Stadt Wil über ihre gesetzlichen Aufgaben hinaus erbringt und wo Kosten eingespart werden können. Grundlage bildeten zahlreiche Vorschläge aus allen fünf Departementen der Stadtverwaltung. Die zusätzlich beantragten Massnahmen liegen nun dem Stadtparlament zur Beratung vor.
Der Budgetnachtrag ergänzt die Einsparungen, die bereits in das ursprüngliche, Mitte Oktober vorgestellte Budget 2027 eingeflossen sind. Über beide Prozesse hinweg wurden rund 170 Sparmassnahmen mit Entlastungen zwischen 500 und 209'000 Franken pro Massnahme erarbeitet. Zusammen mit vier Massnahmen auf der Einnahmenseite ergibt sich eine finanzielle Entlastung von insgesamt 3'815'200 Franken. Diese Gesamtsumme umfasst somit sowohl die bereits im ursprünglichen Budget berücksichtigten als auch die mit dem Budgetnachtrag zusätzlich beantragten Massnahmen.
Budgetdefizit beträgt rund 5,78 Millionen Franken
Das Budget 2027 weist mit den Nachträgen einen Aufwand von 196,75 Millionen Franken und einen Ertrag von 190,98 Millionen Franken aus. Daraus resultiert ein Defizit von rund 5,78 Millionen Franken. Insbesondere rückläufige Steuererträge, steigende Transferaufwände und ein hoher Investitionsbedarf belasten den städtischen Haushalt weiterhin. Das ursprünglich vom Stadtrat am 22. September 2026 genehmigte Budget 2027 sah ein Defizit von 4,2 Millionen Franken bei einem Steuerfuss von 121% vor.
Das Stadtparlament berät das Budget 2027 einschliesslich des Budgetnachtrags und des beantragten Steuerfusses an seiner Sitzung vom 3. Dezember 2026. Dabei entscheidet es über die beantragten Massnahmen. Welche Einsparungen letztlich umgesetzt werden, hängt von den parlamentarischen Beschlüssen ab.
Strukturelle Haushaltssanierung bis 2030
Über den Budgetnachtrag hinaus arbeitet der Stadtrat an einer nachhaltigen Sanierung des städtischen Finanzhaushalts. Grundlage dafür ist das vom Stadtparlament am 2. Juli 2026 erheblich erklärte Postulat der Geschäftsprüfungskommission (GPK) «Prozess zur Beseitigung des strukturellen Defizits».
Ziel ist es, gemeinsam mit dem Parlament Wege aufzuzeigen, wie das strukturelle Defizit innerhalb von vier Jahren beseitigt und spätestens mit dem Budget 2030 ein nachhaltig ausgeglichener Haushalt erreicht werden kann. Dazu sollen die städtischen Leistungen und Strukturen, die geltenden Standards sowie deren Finanzierung grundsätzlich überprüft werden. Insbesondere sollen sämtliche freiwilligen Leistungen überprüft werden, damit das Stadtparlament über deren Weiterführung oder Anpassung beraten und entscheiden kann.
Der Stadtrat unterstützt diesen Prozess. Die entsprechende Vorlage soll dem Stadtparlament im April 2027 unterbreitet werden. Daraus resultierende Massnahmen können frühestens ab dem Budget 2028 wirksam werden.
Weiterführende Unterlagen:
- Übersicht aller Anpassungen am Budget 2027
- Budget 2027, Kommentar