WILkommen AM GLEIS: Stadt koordiniert die Entwicklung rund um den Bahnhofsraum

Die Stadt Wil entwickelt den Stadtraum um den Bahnhof gemeinsam mit privaten Grundeigentümerschaften weiter. Ein Masterplan und Pilotplanungen stimmen Bauvorhaben, öffentliche Räume, Begrünung und Mobilität aufeinander ab. Ziel ist ein lebendiges Projekt mit Quartiercharakter für Wohnen, Arbeiten und guten Verbindungen zu den angrenzenden Stadtteilen. Im ersten Quartal 2027 sollen die Ergebnisse öffentlich vorgestellt werden; gleichzeitig ist eine Mitwirkung vorgesehen.

24. September 2026

Die Entwicklung des Vorhabens wird gegenüber der laufenden Ortsplanungsrevision vorgezogen. Auslöser sind konkrete Entwicklungsabsichten privater Grundeigentümerschaften wie Migros, SBB, Post und Helbling wo Pilotplanungen für diese bedeutende Areale laufen sowie weitere Eigentümer im Perimeter. Die Stadt übernimmt die Gesamtkoordination und Qualitätssicherung und ist dabei auch Bauherrin.

Vom Stadtentwicklungskonzept zum konkreten Projekt AM GLEIS mit Quartiercharakter

Grundlage ist das neue Stadtentwicklungskonzept (STEK), dass das Zentrum Bahnhof als eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete von Wil bezeichnet. Das entsprechende Zielbild erhielt in der öffentlichen Mitwirkung positive Rückmeldungen. Auch im bisherigen Ortsplanungsprozess wurden die Entwicklung des Bahnhofgebiets und eine höhere bauliche Dichte und die Transformationslogik grundsätzlich unterstützt.

Der Masterplan konkretisiert dieses Zielbild aus dem STEK. Eine dichtere Bebauung am gut erschlossenen Bahnhof soll einen Mehrwert für die Bevölkerung schaffen. Wohnen und Arbeiten sollen mit Dienstleistungen, Einkauf, Bildung und weiteren publikumsorientierten Nutzungen verbunden werden. Dazu gehören attraktive öffentliche Räume, Begrünung, gute Fuss- und Veloverbindungen sowie klimaangepasste Aussenräume.

Eine dichtere Bebauung rund um einen sehr gut erschlossenen Bahnhof ist für die Stadt Wil sinnvoll – sie muss jedoch mit Qualität verbunden sein. Die Pilotplanungen untersuchen unter anderem Bauvolumen, Erdgeschossnutzungen, private und öffentliche Aussenräume, Begrünung, Erschliessung sowie das Zusammenspiel der Gebäude.

Wie kann zusätzliche Entwicklung gleichzeitig mehr Lebensqualität schaffen?

Der Bahnhof soll künftig nicht nur ein Ort zum Umsteigen sein. Rund um ihn soll sich stärker ein Lebens-, Arbeits- und Begegnungsraum entwickeln – mit Orten, an denen Menschen wohnen und arbeiten, einkaufen, sich treffen und sich gerne aufhalten.

Ein neuer Zugang zum Südquartier

Ein besonderes Augenmerk gilt der Südseite des Bahnhofs. Mit dem geplanten «Place Royal» zwischen dem Post- und dem Helbling-Areal soll südlich der Gleise ein attraktiver Aufenthaltsraum und ein neuer Zugang zum Bahnhof entstehen. Der Masterplan sieht vor, den Bahnhof von beiden Seiten besser zugänglich zu machen und die Verbindung zum Südquartier zu stärken. Die Hubstrasse spielt dabei mit ihren Bildungs-, Technologie- und Arbeitsnutzungen eine wichtige Rolle.

Mit Helbling Technik und dem neuen W+P Engineering Campus entwickelt sich südlich des Bahnhofs ein Arbeits- und Innovationsstandort. Die Masterplanung verbindet diese Dynamik mit Wohnen, Bildung, Gastronomie, öffentlichen Räumen und einer besseren Anbindung an den Bahnhof. Der Bahnhof soll langfristig weniger Trennlinie und stärker Verbindung zwischen den verschiedenen Teilen der Stadt sein – als Verkehrsdrehscheibe, Arbeitsort und Begegnungsraum zugleich.

Gemeinsame Planung unter Führung der Stadt

Die Stadt stimmt die einzelnen Vorhaben und die öffentlichen Räume zwischen den Arealen aufeinander ab. Neben Migros, SBB, Post und Helbling sind weitere betroffene Grundeigentümerschaften in die Masterplanung eingebunden.

Die Pilotplanungen prüfen die Vorstellungen des Masterplans auf den konkreten Arealen. Ihre Erkenntnisse fliessen wiederum in die Gesamtplanung ein. Die Kosten der Pilotplanungen tragen vollständig die jeweiligen privaten Entwickler.

«Wir wollen nicht mehrere gute Einzelprojekte, die nebeneinanderstehen. Unser Anspruch ist, dass daraus gemeinsam ein gutes Stück Wil entsteht – mit hochwertigen öffentlichen Räumen, guten Verbindungen, Grün und einem ausgewogenen Zusammenspiel von Wohnen und Arbeiten», betont Stadtrat Manuel Nick, Vorsteher des Departements Bau, Umwelt und Verkehr.

Hohe Qualität für Gebäude und öffentliche Räume

Die Entwicklung eines so zentralen Stadtraums stellt hohe Anforderungen. Deshalb werden die Projekte nicht ausschliesslich aus Sicht der einzelnen Grundeigentümerschaften beurteilt. Ein unabhängiges fachliches Beurteilungsgremium begleitet Masterplan und Pilotplanungen. Es beurteilt Städtebau, Architektur, Landschaft, Verkehr, Grünraum und Baurecht, kann Überarbeitungen verlangen und gibt Empfehlungen ab. Die politischen und rechtlich verbindlichen Entscheide bleiben bei den zuständigen Behörden.

Die Zielsetzung ist bewusst anspruchsvoll: Im Vordergrund stehen ein gutes Gesamtbild, eine hohe Aufenthaltsqualität, viel Grün, klimaangepasste Aussenräume, menschliche Massstäblichkeit und ein Stadtraum, in dem sich die Wilerinnnen und Wiler und Personen aus der Region wohlfühlen kann.

Noch sind keine Bauprojekte beschlossen

Die aktuellen Unterlagen zeigen einen Planungsstand, noch keine bewilligten Bauprojekte. Masterplan und Pilotplanungen dienen der strategischen Koordination und Qualitätssicherung. Sie haben für sich allein keine unmittelbare Rechtswirkung. Rechtsverbindliche Festlegungen erfolgen erst über die vorgesehenen planungsrechtlichen Instrumente (Schwerpunktzone/Rahmensondernutzungsplan/Sondernutzungspläne), welche durch die Stadtplanung parallel erarbeitet werden und die gesetzlichen Verfahren. Damit bleibt auch Raum für die weitere fachliche, politische und öffentliche Diskussion.

Bevölkerung kann sich erneut einbringen

Im ersten Quartal 2027 sollen die Ergebnisse der Masterplanung und der Pilotplanungen öffentlich vorgestellt werden. Gleichzeitig ist eine weitere öffentliche Mitwirkung vorgesehen: Die Bevölkerung kann sich zu den konkreteren Vorstellungen für Bauvolumen, Nutzungen, öffentliche Räume, Grünflächen und die Verbindung zwischen Nord- und Südseite äussern. Die Rückmeldungen werden ausgewertet und in die weitere Bearbeitung einbezogen.

Anschliessend sollen die Planungsunterlagen dem Kanton St. Gallen zur Vorprüfung eingereicht werden. Danach folgen die erforderlichen Beratungen und Entscheide in den zuständigen politischen Gremien und im Stadtparlament. Für Schwerpunktzone und Rahmensondernutzungsplan/Sondernutzungspläne sind die gesetzlichen Mitwirkungs- und Genehmigungsverfahren vorgesehen.